Medienmitteilung vom 09.08.2005
MedienmitteilungAusgezeichnete Forschung Chemiker Heinz Heimgartner
Für seine hervorragende Forschung erhält der Chemiker Heinz Heimgartner, Professor am Organisch-chemischen Institut der Universität Zürich, den Kametani Award 2005. Der Preis der japanischen Fachzeitschrift HETEROCYCLES wird seit 1999 für herausragende Leistungen im Bereich der Heterozyklen-Chemie verliehen.
Heterozyklen ringförmige Kohle-Wasserstoff-Verbindungen, die
ein Fremdatom, etwa Stickstoff oder Schwefel, enthalten sind in
der Natur praktisch allgegenwärtig. Zucker, Antibiotika und einige
Vitamine beispielsweise sind heterozyklische Verbindungen, ebenso
weisen viele der für lebende Organismen wichtigen Peptide eine
solche Ringstruktur auf. Synthetisch hergestellte heterozyklische
Verbindungen sind in unterschiedlichsten Bereichen von Forschung
und Entwicklung von zentralem Interesse: bei der Entwicklung von
Medikamenten und von Agrochemikalien genauso wie bei der
Herstellung von Kunststoffen.
Im Zentrum der Forschung von Heinz Heimgartner am
Organisch-chemischen Institut der Universität Zürich (OCI) steht
der gezielte Reaktionsverlauf bei der Synthese und bei Reaktionen
von hete-rozyklischen Verbindungen. «Bei Heterozyklen stellt sich
oft das Problem der Selektivität», sagt Heimgartner, «das heisst,
neben der erwünschten, passieren häufig auch viele unerwünschte
Reaktionen. Wir gehen nun der Frage nach, wie man Reaktionsverläufe
gezielt steuern kann.» Das in den Labors des OCI erarbeitete Wissen
bildet eine wichtige Grundlage für die Herstellung von
erfolgsversprechenden heterozyklischen Verbindungen, sei es in der
Pharmazie oder in der Agrochemie. Ein besonderer
Forschungsschwerpunkt Heimgartners sind die Aminoazirine,
dreigliedrige, gespannte Heterozyklen. «Es hat sich gezeigt, dass
diese Verbindungen sich besonders eignen, um für die Pharmazie
interessante Peptide herzustellen», betont der Chemiker.
Für seine Verdienste in der Forschung ist der 64-jährige
Wissenschaftler nun mit dem Kametani Award 2005 ausgezeichnet
worden. Der Preis der japanischen Fachzeitschrift HETEROCYCLES wird
seit 1999 jährlich an herausragende Forscher im Bereich der
Heterozyklen-Chemie verliehen und ist mit 5'000 US-Dollar
dotiert.





