Medienmitteilung vom 18.09.2006
MedienmitteilungAborte bei Rindern verursachen grossen Schaden
Aborte bei Rindern, Schafen oder Ziegen bedeuten für die Landwirte einen grossen finanziellen Schaden - gesamtschweizerisch bis zu 45 Millionen Franken im Jahr. Ein grosser Teil dieser Aborte werden durch Infektionserreger verursacht, die teilweise auch für den Menschen gefährlich werden können. Verschiedene Forschungsgruppen insbesondere der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich arbeiten an Projekten, die den besseren Nachweis und die Bekämpfung von infektiösen Aborten untersuchen. Forschende informieren anlässlich der Herbstsession der eidgenössischen Räte über den neusten Wissensstand.
Aborte bei landwirtschaftlichen Nutztieren sind in ungefähr 30
bis 50 Prozent der Fälle durch Infektionserreger wie Viren,
Bakterien beziehungsweise Parasiten verursacht. Besonders unter den
Bakterien finden sich solche (Chlamydien, Bruzellen, Erreger des
Q-Fiebers), die auch auf den Menschen übertragen werden können und
dort verschiedene Erkrankungen und bei Schwangeren auch Abort
auslösen können. Für die Landwirtschaft bedeuten Aborte nicht
zuletzt auch erhebliche finanzielle Einbussen. So rechnet man mit
einem durchschnittlichen Gesamtverlust von ungefähr 1600 Franken
pro Abort beim Rind. In der Schweiz treten bei 2 bis 4 Prozent der
Trächtigkeiten Aborte auf. Aus diesen 14000 bis 28000 Aborten
resultiert ein wirtschaftlicher Schaden von 22 bis 45 Millionen
Franken im Jahr.
Seit vielen Jahren arbeiten verschiedene Forschungsgruppen
der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich in Kooperation mit
der ETHZ und anderen eidgenössischen und kantonalen Einrichtungen
an Projekten, bei denen die Verbreitung, der Nachweis und die
Bekämpfung von Aborten bei landwirtschaftlichen Tieren untersucht
werden. Diese schweizerischen Gruppen arbeiten seit rund fünf
Jahren gemeinsam mit anderen Forschungsgruppen aus anderen
europäischen Ländern in einem Netzwerk zusammen.
Wir laden Sie herzlich ein, zusammen mit eidgenössischen
Parlamentarierinnen und Parlamentariern, Landwirten, Tierärzten und
weiteren Interessierten an der Informationsveranstaltung
deutschsprachiger Forscherinnen und Forscher teilzunehmen.
Infektiöse Aborte bei Rindern und Schafen
Informationsveranstaltung am:
21. September 2006
Romantik Hotel Sternen
Reichsgasse 11
7000 Chur
Behandelt werden u.a. folgende Themen:
- Rinderaborte durch Hundekot auf Wiesen und Weiden Versuch einer Risikobewertung
- Abort bei Nutztieren: klinische Aspekte
- Ökonomische Aspekte von Bekämpfungsstrategien
- Abortsituation im Kanton Graubünden
Die Tagung wird im Umfeld der in Flims stattfindenden
Herbstsession der eidgenössischen Räte organisiert.
