Computerspiel für die Therapie mit Kindern
An der Universität Zürich ist in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich ein Computerspiel für die Psychotherapie von Kindern entwickelt worden. «Magic Castle» kann als coole Hausaufgabe die Arbeit der Therapeutinnen und Therapeuten unterstützen. Die Neuentwicklung dieses Serious Game wird Ende September in Paris erstmals vorgestellt.
«Magic Castle» ist ein psychotherapeutisches Computerspiel, das
für die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung von 8- bis
12jährigen Kindern eingesetzt werden kann. Lernt das Kind in der
Therapie beispielsweise Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu
unterscheiden, so kann es diese Themen anschliessend als
elektronische Hausaufgabe wiederholen oder besser einüben. «Sinn
des Spieles ist es, den Therapeuten bei der Behandlung von
Depression, Ängsten oder aggressivem Verhalten zu unterstützen»,
erklärt Veronika Brezinka, Psychologin und Psychotherapeutin am
Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich.
«Den Therapeuten ersetzen kann es auf keinen Fall.»
Unter der Leitung von Veronika Brezinka (Universität Zürich)
und Ulrich Götz (HGKZ) wurde das Computerspiel mit Studentinnen und
Studenten der Universität Zürich und der Hochschule für Gestaltung
und Kunst Zürich HGKZ entwickelt. Die Psychologiestudierenden
erarbeiteten gemeinsam mit Studierenden des Studiengangs
Interaction Design/Game Design (IAD) das Konzept und den Prototyp
psychotherapeutisch orientierter Computerspiele. «Magic Castle»
liegt jetzt in englischer und deutscher Sprache vor und kann in
weitere Sprachen übersetzt werden. Das könnte zum Beispiel in der
Arbeit mit fremdsprachigen Kindern hilfreich sein.
Am 23. September wird das Computerspiel am internationalen
Jahreskongress der «European Association of Behavioural and
Cognitive Therapies» erstmals der Fachwelt präsentiert. Danach soll
es als unterstützendes Medium in der Behandlung von Kindern und
Jugendlichen eingesetzt und auf seine Wirksamkeit überprüft werden.
Ernste Spiele
Noch steckt die Entwicklung von psychotherapeutischen
Computerspielen in den Kinderschuhen, wie auch das Fach Game Design
erst seit wenigen Jahren eine akademische Disziplin ist. Innerhalb
des Game Design unterscheidet man den Bereich der Serious Games,
unter die auch das neu entwickelte «Magic Castle» fällt. Serious
Games sind «entertaining games with non-entertainment goals». In
den USA werden bereits einige Serious Games im Gesundheitsbereich
eingesetzt, wie Spiele für Kinder mit Diabetes, Asthma oder Krebs,
die den Umgang der Kinder mit ihrer Krankheit nachweislich
verbessern. «Magic Castle» ist jedoch das erste Computerspiel, das
gezielt für den Einsatz in einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen
Behandlung entwickelt wurde.
Bilder
Kontakt
Dr. Dr. Veronika Brezinka, Psychopathologie des Kindes- und
Jugendalters, Universität Zürich
Tel. 043 5564012
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