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(v.l.n.r.) Prof. Dr. Timothy Besley, Prof. Dr. Albert de Pury, Prof. Dr. Giulio Tononi, Prof. Dr. Donald L. Resnick, Rektor Hans Weder, Dr. Andreas Moser, Dr. Alexander Immanuel Wandeler, Dr. Andreas Briner, Prof. Dr. Martin Karplus.

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(v.l.n.r.) Prof. Dr. Timothy Besley, Prof. Dr. Albert de Pury, Prof. Dr. Giulio Tononi, Prof. Dr. Donald L. Resnick, Rektor Hans Weder, Dr. Andreas Moser, Dr. Alexander Immanuel Wandeler, Dr. Andreas Briner, Prof. Dr. Martin Karplus. (Bild: UZH)

Medienmitteilung vom 29.04.2006

Medienmitteilung

Dies academicus 2006 der Universität Zürich

Die Universität Zürich ernennt an ihrer 173. Stiftungsfeier neun Ehrendoktoren, verleiht fünf Jahrespreise, den UBS-Habilitationspreis der Philosophischen Fakultät sowie den Habilitationspreis und das Forschungsstipendium der Walter und Gertrud Siegenthaler-Stiftung. Zu den Geehrten zählen u.a. der Schlafforscher Prof. Giulio Tononi und der Fernseh-Journalist Andreas Moser.

In seiner Rede zum Dies academicus thematisierte Rektor Hans Weder das Verhältnis von Wissenschaft und Religion. Insbesondere zum Gegensatz von Evolutionsbiologie und Schöpfungsglaube nahm Weder Stellung. Er warnte vor Theoriekonzepten wie dem so genannten «Intelligent Design», in dem religiöse und wissenschaftliche Perspektiven vermischt werden, und hob die fundamentalen Unterschiede hervor, die zwischen Glaube und Wissen bestünden. «Religion», sagte er, «hat nicht die Aufgabe, bestehendem Wissen ein besseres Wissen entgegenzusetzen. Ihre Sache wäre es vielmehr, einen sinnvollen Umgang mit dem Wissen zu pflegen.»

Prof. Hans Caspar von der Crone ging im Bericht des Prorektors auf die Studienreform «Bologna» ein. Alle Fakultäten der Universität Zürich werden auf das Wintersemester 2006/2007 hin die Bachelorstudiengänge eingeführt haben. Masterstudiengänge werden zum Teil bereits angeboten, weitere sind in Planung. Wie Prorektor von der Crone ausführte, beginnt der zweite Teil des Projektes Bologna ab dem Jahr 2008. Dabei werden spezialisierte Masterstudiengänge entwickelt, die Doktoratsstufe wird ausgebaut und die Betreuungsverhältnisse in stark nachgefragten Fächern werden weiter verbessert. «Bologna lässt sich nur erfolgreich umsetzen», so von der Crone an der Feier, «wenn die Studierenden eine adäquate Betreuung erfahren und die Interaktivität erhöht wird.»

Gian Autenrieth, Präsident des Studierendenrates (StuRa) wies in seiner Rede auf die fehlende Rechtskörperschaft hin. Damit die Studierendenschaft eine handlungsfähige juristische Person mit einer breiten Mitgliederbasis sei, bedürfe sie einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Eine solche dauerhafte Struktur bilde die Voraussetzung für eine leistungsfähige und schöpferische Arbeit einer Studierendenschaft.

Neun Ehrendoktoren
Am diesjährigen Dies academicus sind neun Personen mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet worden. Die Theologische Fakultät verleiht die Würde eines Doktors ehrenhalber an Prof. Albert de Puryin Anerkennung seiner grossen Verdienste um die Erforschung der Literaturgeschichte des Alten Testaments, seiner religionsgeschichtlichen Hintergründe und seiner theologischen Bedeutung. Albert de Pury ist gegenwärtig Mitglied des Vorstands der Schweizerischen Akademie der Geisteswissenschaften.

Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ehrt Prof. Timothy Besleyfür seine grossen Verdienste in der Forschung der öffentlichen Wirtschaft (Public Economics), der modernen Politischen Ökonomie sowie der Entwicklungsländerforschung. Prof. Besley lehrt an der London School of Economics.

Die Medizinische Fakultät verleiht die Würde eines Ehrendoktors an Prof. Giulio Tononifür seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, seine fundamentalen Beiträge zum Verständnis der Funktion und der Regulation des Schlafes. Tononi ist Professor für Psychiatrie an der Universität von Wisconsin in Madison, USA.

Prof. Donald L. Resnick, University of California in San Diego, erhält den Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen im Bereich der modernen Bildgebung der Radiologie des Bewegungsapparates.

Die Vetsuisse-Fakultät zeichnet Andreas Moser, SF Schweizer Fernsehen, in Anerkennung seiner grossen Verdienste um die Darstellung von Tieren und ihrer Vernetzung mit ihrem Lebensraum aus.

Die Vetsuisse-Fakultät verleiht einen zweiten Ehrendoktortitel an Alexander Wandelerin Anerkennung seiner grossen Verdienste um die Bekämpfung der Tollwut in der Schweiz. Alexander Wandeler ist Leiter des «Centre of Expertise for Rabies» der «Canadian Food Inspection Agency».

Die Philosophische Fakultät ehrt Andres Brinermit dem Ehrendoktortitel für seine grossen Verdienste um die Musikforschung und deren Vermittlung in eine breite Öffentlichkeit. Als Wissenschaftler und NZZ-Journalist hat Andres Briner die Musik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begleitet, gefördert sowie in kritischer Unabhängigkeit nachhaltig geprägt.

Postum würdigt die Philosophische Fakultät Harald Szeemannin Anerkennung seiner jahrzehntelangen Verdienste in der Dokumentation und Erforschung moderner Kunst und alternativer Kulturen sowie als Begründer einer neuen Konzeption von Kunstmuseum und Kunstausstellung im Dienste des transkulturellen Dialogs.

Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät zeichnet Prof. Martin Karplus, Harvard University, aus für seine fundamentalen Beiträge zur Entwicklung der Moleküldynamik-Computersimulation, die eine wichtige Grundlage der computergestützten Chemie und Strukturbiologie bildet.

Fünf Jahrespreise
Die Jahrespreise der Universität Zürich 2006 gehen an Karin Scheiber, Theologische Fakultät, Karsten Gaede, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Manuel Oechslin, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Julia Buchholz, Vetsuisse-Fakultät, und Daniela Saxer, Philosophische Fakultät.

Der mit 10’000 Franken dotierte UBS-Habilitationspreis der Philosophischen Fakultät erhält PD Sibylle Kurt. Mit dem Habilitationspreis der Walter und Gertrud Siegenthaler-Stiftung (10'000 Franken) wird PD Frank Heppner ausgezeichnet. Das Forschungsstipendium der Walter und Gertrud Siegenthaler-Stiftung in der Höhe von 40'000 US Dollars erhält Alain Rudiger. Mit dem Preis für Theologie der Scheuchzer-Stiftung (5000 Franken) wird PD Peter Opitz ausgezeichnet.