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Rotschultriger Wieselmaki bei Tag

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Rotschultriger Wieselmaki bei Tag (Bild: zVg)

Rotschultriger Wieselmaki in der Nacht

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Rotschultriger Wieselmaki in der Nacht (Bild: zVg)

Randrianasolo Wieselmaki

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Randrianasolo Wieselmaki (Bild: zVg)

Kontakt

Urs Thalmann, Anthropologisches Institut, Universität Zürich
Tel.: +41 44 635 41 92
Mobile: +41 79 280 08 59
Mail

Dietmar Zinner, Deutsches Primatenzentrum Göttingen
Tel.: +49 55138 51 129
Mail

Medienmitteilung vom 23.02.2006

Medienmitteilung

Drei neue Lemurenarten entdeckt

Ein Team von Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, Madagaskar, USA und der Universität Zürich hat drei neue Lemurenarten in Madagaskar identifiziert. Dies berichten sie in der Ausgabe der Fachzeitschrift «BMC Evolutionary Biology» vom Donnerstag, 23.2.2006.

Die drei neu entdeckten Wieselmaki-Arten gehören zu den Lemuren, die nur in Madagaskar vorkommen. Dem Wissenschafts-Team mit dem Zürcher Anhropologen Urs Thalmann gelang die Identifizierung dank aufwändiger Feldarbeit und Laboranalysen. Die Forscherinnen und Forscher untersuchten die Chromosomen von fast 100 Tieren und die mitochondriale Erbsubstanz von etwa 70 Tieren.

Fellfärbung kaum zu unterscheiden
Nachtaktive Lemurenarten zeigen oft unauffällige Fellfärbungen, die zusätzlich recht variabel sind, weil optische Signale im Dunkel der Nacht weniger bedeutend sind als bei Tage. Deshalb sind diese Arten bisher nicht erkannt und bei anderen Wieselmaki-Arten eingeordnet worden. Erst die genetischen Analysen zeigten, dass es sich bei zwei bisher bekannten Arten eigentlich um fünf Arten handelt. Die neuen Arten leben in unterschiedlichen Gebieten Madagaskars und sind durch Flüsse voneinander getrennt.

Wieselmakis sind etwa 0.5 - 1 Kilogramm schwere nachtaktive Lemuren, die sich hauptsächlich von Blättern ernähren. Obwohl sie recht flink sein können, machen sie nachts viele und ausgedehnte Pausen, um die qualitativ eher schlechte Nahrung zu verdauen und Energie zu sparen. Tatsächlich haben sie für ihre Grösse einen aussergewöhnlich niedrigen Energieumsatz. Erst seit kurzer Zeit ist bekannt, dass einige Wieselmaki-Arten in Paaren zusammen leben. Nachts gehen Weibchen und Männchen getrennt auf Futtersuche, verständigen sich aber mit lauten Rufen, die eigentliche Duette bilden. Tagsüber schlafen Wieselmakis in bevorzugten Baumhöhlen, schauen aber bisweilen neugierig heraus. Das wird ihnen immer öfters zum Verhängnis, weil sie leicht aus den Höhlen gefangen werden können und im Kochtopf landen. Ganze Wälder sind mittlerweile leergefangen. Die Identifizierung der neuen Arten sind deshalb wichtig, um geeignete Schutzmassnahmen für die bedrohten Lemuren in verschiedenen Gebieten zu planen und umzusetzen.