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Medienmitteilung vom 10.10.2006

Medienmitteilung

Mit erfolgversprechendem Mausmodell HIV auf der Spur

Ein wichtiges Instrument zur Erforschung der HIV Infektion, das am Institute for Research in Biomedicine (Institut für Biomedizinische Forschung), Bellinzona, entwickelt wurde, konnte von Forschern der Universität Zürich bestätigt werden.

Vom HI Virus, der AIDS verursacht, werden nur Menschen infiziert. Diese auf den Menschen beschränkte Wirtsspezifität des HIV ist ein wesentliches Hindernis für Untersuchungen möglicher Behandlungen oder Impfstoffe; Tests sind im Wesentlichen entweder auf in vitro Laborexperimente oder echte klinische Studien limitiert. Das fehlende Glied dazwischen ist ein vorklinisches Tiermodell, in dem Impfstoffe oder Therapien getestet werden können, bevor man ihre Wirksamkeit an Menschen prüft.

Dr. Markus Manz vom Institut für Biomedizinische Forschung, Bellinzona, hat nun eine Methode zur Generierung eines Mausmodells entwickelt, welches in einer vorklinischen Phase, das Studium von Human-spezifischen Viren ermöglicht.

Die Wichtigkeit dieses Mausmodells für die HIV-Forschung wurde jetzt durch eine Studie bestätigt, die im Labor von Dr. Roberto Speck, Abteilung für Infektionskrankheiten des Universitätsspitals Zürich, in Zusammenarbeit mit Dr. Manz durchgeführt wurde. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht. Diese Arbeit zeigt, dass dieses Mausmodell durch HI Viren infiziert wird, eine HI-Virusvermehrung über Monate nachgewiesen werden kann, und dass es zu einem fortschreitenden Verlust an den Zielzellen des HI-Virus kommt. Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt das Projekt. Das Labor von Dr. Speck wird mit Hilfe des Modells die HIV Pathogenese weiter erforschen.

Ein Projekt zur weiteren Verbesserung des Modells, besonders im Hinblick auf die Beurteilung von möglichen Impfstoffen, wird von Dr. Manzs Gruppe in Bellinzona und der Gruppe von Prof. Dr. Richard Flavell an der Universität Yale in den USA durchgeführt. Mit dem Titel «A Mouse Model to Evaluate Live Attenuated Vaccine Candidates» ist das Projekt eines der «14 Grand Challenges in Global Health», die von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziert wird.

Das Modell funktioniert folgendermassen: Mäusen mit ausgeprägter Immunschwäche werden menschliche Stammzellen, aus denen später Blutzellen gebildet werden, injiziert. Daraufhin entwickeln die Mäuse ein menschliches Immunsystem inklusive Lymphknoten. Diese Mäuse können dann von humanspezifischen Viren, wie etwa HIV, die das Immunsystem angreifen, infiziert werden.