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Medienmitteilung vom 26.06.2006

Medienmitteilung

Paul Scherrer Institut und Universität Zürich schaffen Professur für Protonentherapie

Die Bestrahlung von Tumoren mit Protonen gilt als modernste Form der Tumorbehandlung. Das Paul Scherrer Institut und die Universität Zürich schaffen nun erstmals eine Professur für Protonentherapie. Damit wird ein gesamtschweizerisches Erfolgsprojekt akademisch verankert.

Am Paul Scherrer Institut (PSI), das zum ETH-Bereich gehört, sind in den vergangenen Jahren bei knapp 5’000 Patientinnen und Patienten bösartige Tumore mit Protonen bestrahlt worden. Die grösste Patientengruppe von cirka 4400 Personen waren Patienten mit Melanomen der Aderhaut (Augenhintergrund); weltweit die grösste so behandelte Gruppe. Dies geschieht unter der Federführung der Augenklinik der Universität Lausanne. Die «Swiss Proton User Group», ein gesamtschweizerischer Zusammenschluss von Kliniken für die Behandlung von bösartigen Tumoren mit Protonen, hat nach strengen Selektionskriterien über 250 Patientinnen und Patienten ans PSI gewiesen, wobei Tumoren bei Kindern, Tumoren im Zentralnervensystem und Weichteiltumoren an kritischen Lokalisationen behandelt wurden, wo die Protonen-Strahlentherapie erwiesenermassen Vorteile bringt.

Basierend auf den bisherigen sehr guten Behandlungsergebnissen wird das PSI, zusammen mit der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich (UZH) eine Doppel-Professur für Protonentherapie schaffen. Damit wird der klinische Einsatz dieser hoch spezialisierten medizinischen Behandlungsmethode akademisch verankert und kann wissenschaftlich weiter intensiv erforscht werden. Die gemeinsame Berufungskommission UZH/PSI hat bereits bestausgewiesene Kandidatinnen und Kandidaten für diese neue Doppel-Professur evaluiert. PSI und UZH stehen kurz vor der Aufnahme von Berufungsverhandlungen (Stellenantritt voraussichtlich Januar 2007).

Derzeit wird am PSI die Therapiekapazität dieser einzigartigen Protonenanlage durch die Inbetriebnahme eines hoch spezialisierten kompakten Zyklotrons (Teilchenbeschleuniger) erhöht. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um mit wissenschaftlichen Studien die Protonentherapie bei weiteren Tumorleiden mit den herkömmlichen Therapien zu vergleichen.

Die sehr hohen Investitionskosten lassen sich nur bei einem schweizweiten Einsatz der Protonentherapie rechtfertigen. Die weitere Erforschung der Protonenbestrahlung und deren therapeutische Verwendung bei der Behandlung von bösartigen Tumorleiden wird deshalb in enger Zusammenarbeit mit der «Swiss Proton User Group», in der auch alle Schweizerischen Universitäten vertreten sind, stattfinden. Die von ETH-Bereich/PSI und UZH getragene Professur mit Einbindung von Forschung, Lehre und Dienstleistung an der Medizinischen Fakultät und den Universitätsspitälern stellt einen weiteren Schritt dar in der erfolgreichen Zusammenarbeit von ETH, PSI und Universität Zürich.