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Reife Blüte (Mai 2001)

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Reife Blüte (Mai 2001) (Bild: Peter Enz (zvg))

Einzelblüte (März 2006)

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Einzelblüte (März 2006) (Bild: Peter Enz (zvg))

Am Auflblühen (März 2006)

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Am Auflblühen (März 2006) (Bild: René Stalder (zvg))

Pflanze mit zwei Blütenschäften (März 2006)

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Pflanze mit zwei Blütenschäften (März 2006) (Bild: Peter Enz (zvg))

Kontakt

Herr Peter Enz, Gartenleiter
Institut für Systematische Botanik
Zollikerstrasse 107
CH-8008 Zürich

Tel. +41(0)44 634 84 60
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Medienmitteilung vom 15.03.2006

Medienmitteilung

Selten und wunderschön: Blühende australische Speerblume im Botanischen Garten

1967 blühte sie das vorletzte, 2001 das letzte Mal. Die im Botanischen Garten der Universität Zürich gehaltene australische Speerblume entfaltet damit erst zum dritten Mal ihre reiche Blütenpracht – und dies in neuem Ausmass: Blühte bisher jeweils nur ein Blütenschaft, sind es heuer deren zwei. Während den nächsten rund sechs Wochen wird die Pflanze – die im Übrigen Waldbrände überlebt – mit ihren wunderschönen, scharlachroten Blüten zu bestaunen sein.

Die Speerblume wächst äusserst langsam, und ihre Kultivierung verlangt entsprechende Geduld. Im Botanischen Garten der Universität Zürich wird diese Geduld nun belohnt: Die Pflanze, die während des Sommers als Kübelpflanze im Freien gehalten wird, steht nun an ihrem Winterplatz im Savannenhaus in seltener Pracht aus grossen scharlachroten Blüten mit attraktiven Staubfäden und blauem Pollen. Diese Pracht ist auch in ihrer australischen Heimat nicht im Übermass anzutreffen, allein schon, weil die Entwicklung zur blühfähigen Pflanze rund zehn Jahre dauert – optimale Verhältnisse vorausgesetzt.

Die Speerblume, im Volksmund auch «Gymea Spear Lily» oder «Queensland Mountain Lily» genannt, heisst mit botanischem Namen Doryanthes palmeriund stammt aus dem ostaustralischen Queensland und nördlichen New South Wales. Sie gedeiht in Küstennähe, selten weiter als 100 Kilometer von der Küste entfernt, auf felsigem Areal, in «Humusnestern» im sehr lichten Wald oder im Schatten von Einzelgehölzen. Die Pflanze ist im Allgemeinen sehr langlebig und widersteht sogar Waldbränden: So wurden im November 1981 in einem noch «verkohlten» Nationalpark südlich von Sydney blühende Speerblumen ( Doryanthes excelsa) beobachtet.

Botanische Fakten

Doryanthaceae; nur eine Gattung mit zwei Arten ( Doryanthes palmeriund Doryanthes excelsa) in Australien (früher bei den Agavaeceen eingeteilt als einzige Vertreter der Agavaceae Australiens).

Die lederigen, bis fast zwei Meter langen Blätter, bilden eine dichte Rosette, die auf einem kompakten Wurzelstock sitzt. Die Basis der Blätter ist massiv stärkehaltig. In jeder Blattachsel wachsen vegetative Knospen. Nach dem Blühen wachsen die unteren Knospen in Kindel («Brutpflanzen») und blühen bei optimalen Verhältnissen nach ca. 10 Jahren wieder. Im zeitigen Frühjahr, speziell nach Waldbränden, blühen die Speerblumen in Australien übermässig reich. Bei Doryanthes palmerisind die viel Nektar produzierenden (bis 10 ml pro Tag), scharlachroten Blüten als Traube dem Blütenschaft entlang angeordnet, welcher sich seitlich neigt. Die Blüten der zweiten Doryanthes-Art, der Doryanthes excelsa, bilden eine Scheindolde. Der Blütenschaft bleibt auch zur Blütezeit aufrecht. Beide Arten werden vornehmlich von Nektar fressenden Vögeln bestäubt, aber auch Bienen und Fliegen besuchen die attraktiven Blüten.

Ethnobotanische Fakten

Die schwertartigen Blätter enthalten sehr starke Längsfasern, welche gemäss Überlieferung von den Aborigines genutzt worden seien, allerdings gibt es hierzu weder eine Darstellung noch eine Berichterstattung. Fest steht hingegen, dass die jungen Blütenschäfte der Doryanthes excelsageröstet und gegessen wurden und dass man aus den Wurzeln eine Art Teig machte, der als «kalter Kuchen» gegessen wurde.

Botanischer Garten der Universität Zürich
Zollikerstrasse 107
8008 Zürich
Telefon: 044 634 84 61

Öffnungszeiten März bis September:

Garten
Montag bis Freitag: 7.00 - 19.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 8.00 - 18.00 Uhr

Schauhäuser
Montag bis Freitag: 9.30 - 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag sowie allgemeine Feiertage: 9.30 - 17.00 Uhr

Eintritt: frei