Medienmitteilung vom 31.10.2006
MedienmitteilungSonderausstellung: Der Steinbock «... ein wunderlich, verwegenes Thier»
Steinböcke sind auch ausserhalb der Alpen allgegenwärtig: sie sind Werbeträger, stolze Wappentiere, Sternzeichen, Plüschtiere und füllen ganze Bücher. Alle glauben die Hörner tragenden Kletterkünstler zu kennen, dabei ist noch so vieles über die Biologie dieser Wildziegen unbekannt. Das trifft insbesondere auf die in Afrika und Asien heimischen Steinbockarten zu. Ganz nach dem Zitat des Zürcher Naturforschers Conrad Gessner im Titel befasst sich die neue Sonderausstellung des Zoologischen Museums der Universität Zürich mit den wunderlichen Aspekten der Biologie dieses verwegenen Tieres.
Das typische Bild vom in der felsigen Landschaft der Hochalpen
herumkletternden Steinbock sahen die Eiszeitmenschen ganz anders,
denn damals war es den Hornträgern durchaus auch in den Ebenen
Süditaliens, Griechenlands, Belgiens und der Niederlande wohl. Auch
heute gibt es noch Steinbockarten, die in der Hitze der Wüste zu
Hause sind und Zeit ihres Lebens nie Schnee sehen. Doch wo immer es
Steinböcke gibt, werden sie zur Symbolfigur, sei das in Europa,
Asien oder Afrika. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wurde
dem Steinbock immer nachgestellt. Im Alpenraum führte das nahezu
zur Ausrottung. Um das stolze Symboltier der Alpen wieder
anzusiedeln, scheute man keinen Aufwand und experimentierte anfangs
sogar mit Bastarden zwischen Hausziegen und Steinböcken. Die
schliesslich erfolgreichen Wiederansiedlungsversuche mit Steinwild,
das aus der letzten überlebenden Population in Italien stammte,
haben allerdings ihre genetischen Spuren hinterlassen. Noch
versteht man diese Konsequenzen kaum. Ein Forscherteam des
Zoologischen Museums untersucht nun die Auswirkungen dieser
ausserordentlichen Geschichte und stellt erste Resultate in der
Ausstellung vor.
Die Sonderausstellung Der Steinbock «... ein wunderlich,
verwegenes Thier» am Zoologischen Museum der Universität Zürich
befasst sich neben all diesen spannenden Themen auch mit der
Biologie und Lebensweise des Steinbocks unter den extremen alpinen
Umweltbedingungen, mit seiner Symbolik und mit der Evolution der
Wildziegen, deren heutige Arten erstmals nebeneinander gezeigt
werden.
Vorinformation für Medien:
Montag, 6. November 11:00 Uhr
Zoologisches Museum der Universität Zürich, Karl
Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Einführung durch Prof. Dr. Lukas Keller
Vernissage für Medien und geladene Gäste:
Montag, 6. November 18.00 Uhr
Begrüssung: Prof. Dr. Paul I. Ward
Einleitung: Prof. Dr. Lukas Keller, Dr. Jürg Paul Müller
Zoologisches Museum der Universität Zürich, Karl
Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Öffentliche Führungen und Vorträge (gratis):
Führungen: jeden Sonntag um 11:30 Uhr (ausser 24. und
31.12.06)
Vorträge: einmal im Monat ab Januar 07
erster Vortrag am Sonntag, 14.1.07, um 10:30 Uhr, Prof. Dr.
Lukas Keller: «Irrten sich die Pharaonen? Die Bedeutung der Inzucht
in der Naturschutzbiologie und beim Steinbock.»
Dauer der Ausstellung:
7. November 2006 bis 3. Juni 2007, Zoologisches Museum der
Universität Zürich
Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr, Samstag und Sonntag 10-16 Uhr,
Montag geschlossen.
Abweichungen von den regulären Öffnungszeiten über die
Festtage:
Dienstage 26.12.06 und 2.1.07: 10-16 Uhr



