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Heute unvorstellbar: Im frühen 19. Jahrhundert war fast der gesamte Alpenbogen leer von Steinböcken. Die Ausstellung zeigt, wie es dazu kam.

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Heute unvorstellbar: Im frühen 19. Jahrhundert war fast der gesamte Alpenbogen leer von Steinböcken. Die Ausstellung zeigt, wie es dazu kam. (Bild: Universität Zürich)

Populationsgenetik zu erforschen bedeutet neben Laboruntersuchungen auch Feldarbeit. Dabei gilt es auch Körpermasse wie die Hornlänge zu erheben.

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Populationsgenetik zu erforschen bedeutet neben Laboruntersuchungen auch Feldarbeit. Dabei gilt es auch Körpermasse wie die Hornlänge zu erheben. (Bild: Universität Zürich)

Diese zwei älteren Steinböcke im Gran Paradiso Nationalpark in Italien sind die Nachfahren der letzten im 19. Jahrhundert überlebenden Population.

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Diese zwei älteren Steinböcke im Gran Paradiso Nationalpark in Italien sind die Nachfahren der letzten im 19. Jahrhundert überlebenden Population. (Bild: Universität Zürich)

Kontakt

Prof. Dr. Lukas Keller
044 635 47 50
Mail

Dr. Marianne Haffner, Zoologisches Museum
044 634 38 20
Mail

Medienmitteilung vom 31.10.2006

Medienmitteilung

Sonderausstellung: Der Steinbock «... ein wunderlich, verwegenes Thier»

Steinböcke sind auch ausserhalb der Alpen allgegenwärtig: sie sind Werbeträger, stolze Wappentiere, Sternzeichen, Plüschtiere und füllen ganze Bücher. Alle glauben die Hörner tragenden Kletterkünstler zu kennen, dabei ist noch so vieles über die Biologie dieser Wildziegen unbekannt. Das trifft insbesondere auf die in Afrika und Asien heimischen Steinbockarten zu. Ganz nach dem Zitat des Zürcher Naturforschers Conrad Gessner im Titel befasst sich die neue Sonderausstellung des Zoologischen Museums der Universität Zürich mit den wunderlichen Aspekten der Biologie dieses verwegenen Tieres.

Das typische Bild vom in der felsigen Landschaft der Hochalpen herumkletternden Steinbock sahen die Eiszeitmenschen ganz anders, denn damals war es den Hornträgern durchaus auch in den Ebenen Süditaliens, Griechenlands, Belgiens und der Niederlande wohl. Auch heute gibt es noch Steinbockarten, die in der Hitze der Wüste zu Hause sind und Zeit ihres Lebens nie Schnee sehen. Doch wo immer es Steinböcke gibt, werden sie zur Symbolfigur, sei das in Europa, Asien oder Afrika. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wurde dem Steinbock immer nachgestellt. Im Alpenraum führte das nahezu zur Ausrottung. Um das stolze Symboltier der Alpen wieder anzusiedeln, scheute man keinen Aufwand und experimentierte anfangs sogar mit Bastarden zwischen Hausziegen und Steinböcken. Die schliesslich erfolgreichen Wiederansiedlungsversuche mit Steinwild, das aus der letzten überlebenden Population in Italien stammte, haben allerdings ihre genetischen Spuren hinterlassen. Noch versteht man diese Konsequenzen kaum. Ein Forscherteam des Zoologischen Museums untersucht nun die Auswirkungen dieser ausserordentlichen Geschichte und stellt erste Resultate in der Ausstellung vor.

Die Sonderausstellung Der Steinbock «... ein wunderlich, verwegenes Thier» am Zoologischen Museum der Universität Zürich befasst sich neben all diesen spannenden Themen auch mit der Biologie und Lebensweise des Steinbocks unter den extremen alpinen Umweltbedingungen, mit seiner Symbolik und mit der Evolution der Wildziegen, deren heutige Arten erstmals nebeneinander gezeigt werden.

Vorinformation für Medien:
Montag, 6. November 11:00 Uhr
Zoologisches Museum der Universität Zürich, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich
Einführung durch Prof. Dr. Lukas Keller

Vernissage für Medien und geladene Gäste:
Montag, 6. November 18.00 Uhr
Begrüssung: Prof. Dr. Paul I. Ward
Einleitung: Prof. Dr. Lukas Keller, Dr. Jürg Paul Müller
Zoologisches Museum der Universität Zürich, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich

Öffentliche Führungen und Vorträge (gratis):
Führungen: jeden Sonntag um 11:30 Uhr (ausser 24. und 31.12.06)
Vorträge: einmal im Monat ab Januar 07
erster Vortrag am Sonntag, 14.1.07, um 10:30 Uhr, Prof. Dr. Lukas Keller: «Irrten sich die Pharaonen? Die Bedeutung der Inzucht in der Naturschutzbiologie und beim Steinbock.»

Dauer der Ausstellung:
7. November 2006 bis 3. Juni 2007, Zoologisches Museum der Universität Zürich
Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr, Samstag und Sonntag 10-16 Uhr, Montag geschlossen.
Abweichungen von den regulären Öffnungszeiten über die Festtage:
Dienstage 26.12.06 und 2.1.07: 10-16 Uhr