Medienmitteilung vom 06.11.2006
MedienmitteilungSymposium «Das Burnout-Syndrom in der klinischen Praxis» an der Universität Zürich
Am 9. November 2006 veranstaltet die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich gemeinsam mit Swiss Burnout - der Schweizer Dialogplattform für Burnout-Fragen - ein Symposium zum Thema «Das Burnout-Syndrom in der klinischen Praxis». Bei ihrem zweiten gemeinsamen Symposium setzen die Organisatoren den Schwerpunkt gezielt auf eine klare klinische Abgrenzung des Burnout-Syndroms. Erstmals treffen sich in Zürich Mediziner und Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen, um neueste Erkenntnisse zur Diagnostik sowie zu wirksamen Therapie- und Rehabilitationsmassnahmen zu diskutieren.
Burnout ist gegenwärtig in aller Munde. Nicht nur in der
öffentlichen Diskussion, sondern auch in Wissenschaft und Forschung
wird dem Thema in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit
geschenkt. Der Begriff wird jedoch zunehmend inflationär gebraucht.
Darüber hinaus steht überwiegend die Prävention von Burnout
am Arbeitsplatz im Mittelpunkt der Diskussion. Wenn Menschen jedoch
tatsächlich ein schweres Burnout-Syndrom entwickeln, sind sie
häufig nicht mehr am Arbeitsplatz anzutreffen. Sie wenden sich mit
ihren Beschwerden an ihren behandelnden Arzt.
Die Ärzteschaft wird so zunehmend mit der Selbstdiagnose
Burnout konfrontiert. Oft sind Ärztinnen und Ärzte darauf nicht gut
vorbereitet: es fehlen klinische Erfahrung und Leitlinien. Häufig
setzt sich bei der Behandlung die landläufige Meinung durch, bei
Überarbeitung sei vor allem eine «Auszeit» angezeigt mit dem
Ergebnis, dass Burnout-Patienten oft für längere Zeit krank
geschrieben werden. Ohne unterstützende therapeutische Massnahmen
besteht bei längerem Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess jedoch eher
die Gefahr, die Symptomatik noch zu verstärken.
In den letzten Jahren haben sich erste spezialisierte
Angebote zur Behandlung von Burnout entwickelt. Dieses Symposium
fasst aktuelle klinische Erfahrungen und Evidenz zusammen mit dem
Ziel, klare Handlungsrichtlinien für Diagnose, Therapie und
Rehabilitation zu formulieren. Dazu ist es den Organisatoren
gelungen, die führenden Experten zur Behandlung des
Burnout-Syndroms aus der Schweiz und Europa zusammenzubringen und
somit einen umfassenden Überblick über die modernsten Ansätze zur
klinischen Intervention zu geben.
Professor Norman Sartorius, ehemaliger Präsident des
Weltverbands für Psychiatrie und Mitglied des Expertengremiums für
psychische Gesundheit bei der WHO, wird die Bedeutung der
gegenwärtigen Burnout-Epidemie für die öffentliche Gesundheit
herausstellen.
Der Arbeitsmediziner Dr. med. Dieter Kissling und der
Psychologe Professor Matthias Burisch von der Universität Hamburg
präsentieren neueste Erkenntnisse zu Früherkennung und Diagnostik.
Effektive Behandlungsansätze werden von der Burnout-Expertin Dr.
Barbara Hochstrasser vorgestellt. Lic.phil. Bettina Bärtsch, Job
Coach an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, referiert
zu den Rahmenbedingen für eine erfolgreiche berufliche
Rehabilitation.
Schliesslich werden die Leiterin des Zürcher Empowerment
Programms für Stressmanagement und Burnout-Prävention, Beate
Schulze, M.A. sowie Dr. Leonard Fagin (Royal College of
Psychiatrists, London) der Frage nachgehen, mit welchen Strategien
Ärztinnen und Ärzte dem eigenen «Ausbrennen» vorbeugen können.
Symposium «Das Burnout-Syndrom in der klinischen Praxis»
Donnerstag, 9. November 2006, 14:15-18:00 Uhr
UniversitätsSpital Zürich, Grosser Hörsaal Ost, Rämistrasse
100, 8091 Zürich
