Medienmitteilung vom 15.02.2006
MedienmitteilungUZH eröffnet Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik
Das Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik der Universität Zürich wird morgen Donnerstag mit einer Tagung zum Thema «Konfrontation oder Kooperation? Religion als Faktor in Wirtschaft und Politik» offiziell eröffnet. Ziel des neuen Zentrums ist die Analyse der Wechselverhältnisse zwischen Religion, Wirtschaft und Politik.
Religionen können Menschen motivieren, sie können begeistern und
Fremde zu Freunden machen. Spätestens seit dem 11. September 2001
ist jedoch auch die andere Seite der Religion wieder ins
Bewusstsein getreten. Religionen können auch Konflikte auslösen und
verschärfen, Hass, Aggression und Gewalt predigen. Angesichts
dieses Doppelgesichts der Religion stellt sich die Frage, wie viel
Einfluss moderne, plurale und säkulare Gesellschaften der Religion
zu billigen können? Diese Frage und generell der Rolle der Religion
in Wirtschaft und Politik untersucht das neu gegründete Zentrum der
Universität Zürich.
Den Auftakt des Gründungskolloquiums vom 16.2.-18.2.2006
bildet ein öffentliches Referat von Kurt Spillmann, emeritierter
Professor für Sicherheitspolitik und Konfliktanalyse der ETH
Zürich, zum Thema «Wann generieren Religionen Konflikte»? Während
der darauf folgenden Tage werden sich Referentinnen und Referenten
aus der Schweiz, Österreich und Deutschland darum bemühen, das
Spannungsfeld von Religion, Wirtschaft und Politik genauer zu
vermessen. Dabei werden der Politikwissenschafter Michael
Minkenberg (Frankfurt /O.) und der Oekonom Bruno S. Frey, Zürich,
sich am Freitagvormittag um eine präzisere Verhältnisbestimmung von
Religion und Politik sowie von Religion und Oekonomie bemühen.
Podiumsdiskussion mit Regine Aeppli
Die anschliessende Session am Freitagnachmittag widmet sich
der Frage, wie ein islamischer Religionsunterricht in der Schweiz
eingeführt werden könnte. An der von Brigitta Rotach, Redaktorin
Schweizer Fernsehen, moderierten Podiumsdiskussion werden unter
anderem auch der Berner Soziologe Farhad Afshar und die Zürcher
Bildungsdirektorin Regine Aeppli teilnehmen. Den dritten
Schwerpunkt der Fachtagung, an der Repräsentanten der
Religionsgemeinschaften ebenso teilnehmen werden wie Vertreterinnen
und Vertreter der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, bildet eine
Einheit über die Möglichkeiten und Grenzen des
Religionspluralismus.
Das Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik wurde von
der Universität Zürich im Herbst 2005 ins Leben gerufen. Es soll
dazu beitragen, die Bedeutung der Religion als Faktor in Wirtschaft
und Politik genauer zu verstehen. Neben einer Vernetzung
vorhandener Forschungsaktivitäten in Zürich streben die Initiatoren
vor allem die Gründung eines Forschungskollegs an. Hier sollen
international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
aktuelle Fragestellungen im Schnittfeld von Religion, Wirtschaft
und Politik analysieren und Lösungsvorschläge unterbreiten.
«Konfrontation oder Kooperation? Religion als Faktor in
Wirtschaft und Politik»
16.-18. Februar 2006
Swiss Re, Centre for Global Dialogue
Gheistrasse 37
8803 Rüschlikon





