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Prof. Lutz Jäncke, Lehrstuhl für Neuropsychologie, Universität Zürich
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Medienmitteilung vom 19.07.2006

Medienmitteilung

Von der Plastizitätsforschung zur Rehabilitation

Die weltweit führenden Neuropsychologinnen und Neuropsychologen treffen sich vom 26.-30. Juli an der Universität Zürich zum Kongress «From neural plasticity to neurorehabilitation». Ziel ist es, Erkenntnisse der Hirnplastizitätsforschung für die Entwicklung neurologischer und neuropsychologischer Therapiemethoden zu nutzen.

Wie die neurologische und neurowissenschaftliche Forschung der letzten 15 Jahre gezeigt hat, ist das menschliche Gehirn viel plastischer als bislang vermutet. Es reagiert quasi von Geburt an bis ins hohe Alter erstaunlich stark auf externe Einflüsse. Die bemerkenswerten Fortschritte im Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Gehirns haben noch nicht zu einer elementaren Verbesserung neurologischer bzw. neuropsychologischer Therapien geführt. Bedenkt man, wie langwierig und therapieresistent viele Erkrankungen des menschlichen Gehirns sind, dann sind bessere therapeutische Möglichkeiten dringend. Insbesondere auch, weil im Zuge der Veränderung der Altersstruktur neurologische Erkrankungen wahrscheinlicher werden.

Der Kongress «From neural plasticity to rehabilitation» soll als Initialzündung für diesen Transformationsprozess von der Grundlagenforschung hin zu einer neuen neurologischen bzw. neuropsychologischen Rehabilitation dienen. Im Vordergrund steht der Austausch der aktuellen Erkenntnisse über die neurologische Rehabilitation von visueller und auditiver Wahrnehmung, der motorischen Kontrolle und Handlungsplanung und der Sprachentwicklung. Diese Rehabilitationsansätze sind insbesondere für die Therapien von Schlaganfällen, Hirntumoren oder degenerativen Erkrankungen von besonderer Bedeutung.

Prof. Lutz Jäncke, dem Chairman des Kongresses, ist gelungen, die weltweit anerkanntesten Neuropsychologinnen und Neuropsychologen in Zürich zu vereinen. Am Kongress der International Neuropsychological Society (INS), der Deutschen Gesellschaft für Neuropsychologie (GNP) und der Schweizerischen Vereinigung der Neuropsychologinnen und Neuropsychologen (SVNP) werden ca. 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet. Keynote-Vorträge werden gehalten von:

  • Prof. Paula Tallal (Newark, USA): Dyslexieforschung
  • Prof. Bernard Sabel (Magdeburg): Therapie von Sehstörungen nach Hirnschädigung
  • Prof. Michael Kopelman (London): Therapie von Gedächtnisstörungen
  • Prof. Dorothy Bishop (Oxford)
  • Prof. Barbara Wilson (Cambridge): Bewusstsein nach Hirnschädigungen
  • Prof. Karalyn Patterson (Cambridge): Sprachstörungen in Folge von degenerativen Erkrankungen
  • Prof. Roger Nitsch (Zürich): Neurobiologische Grundlagen der Alzheimerforschung
  • Prof. Thomas F. Münte (Magdeburg): Exekutive Funktionen

Hinweis für Medien:
Medienschaffende, die an einem Interviewtermin mit Forscherinnen und Forschern interessiert sind, melden sich bitte bei unicom Media, der Medienstelle der Universität Zürich.