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Medienmitteilung vom 05.10.2006

Medienmitteilung

Vontobel-Preis geht an Forscher der Universitäten Konstanz und Zürich

Der Vontobel-Preis für Altersforschung 2006 wird heute Donnerstag an den Mediziner David J. Kurz, Universität Zürich, und den Psychologen Andreas Blessing, Universität Konstanz, verliehen. Der Preis, von der Familien-Vontobel-Stiftung mit 30‘000 Franken dotiert, ist einer der wichtigsten auf diesem Gebiet.

Anlässlich des 7. Zürcher Gerontologietages der Universität Zürich ist David J. Kurz, Institut für Physiologie der Universität Zürich, mit dem Vontobel-Preis ausgezeichnet worden. Er erhält eine ersten Preis von 15000 Franken für die mit Koautorinnen und Koautoren verfasste Studie «Degenerative Aortenklappenstenose, aber nicht koronare Herzkrankheit im Alter ist assoziiert mit kürzeren Telomeren». Die Arbeit zeigt, dass die Telomerlängenverkürzung – eine der potentiellen Mechanismen im biologischen Alterungsprozess – mit einer typischen altersdegenerativen Kreislauferkrankung, der degenerativen Aortenklappenstenose, assoziiert ist. Mit dieser Arbeit konnte er die umstrittene Hypothese stützen, wonach der Telomermechanismus an der Entstehung altersdegenerativer Erkrankungen beteiligt ist.

Ebenfalls einen ersten Preis (ex aequo) erhält Andreas Blessing, Universität Konstanz und Memory Klinik Münsterlingen, für die zusammen mit Koautorinnen und Koautoren verfasste Arbeit «Der Erwerb affektiver Dispositionen durch Demenzpatienten». Seine Arbeit ist von besonderer Relevanz für die nicht medikamentöse Behandlung von Demenzpatienten. In der Studie wurde mittels alltagsnaher Methodik die Konditionierung von affektiven Reaktionen bei Demenzpatienten demonstriert. Die Ergebnisse zeigen, dass die affektive Beurteilung der Demenzpatienten mit sprachlicher Information verändert werden können. Interaktionen mit den Patienten wirken deshalb nicht nur innerhalb einer kurzfristigen Begegnung, sondern darüber hinaus. Bei der nicht medikamentösen Behandlung von voranschreitenden Erkrankungen ist die Orientierung an noch intakten Ressourcen essentiell. Der Befund zum unbewussten, emotionalen Lernen stellt somit eine wichtige Grundlage für die theoretische Fundierung bereits bestehender nicht medikamentöser Behandlungsansätze dar.

Der Vontobel-Preis für Altersforschung
Der Vontobel-Preis für Altersforschung 2006 hat zum Ziel, die gerontologische Forschung aus allen Wissenschaftsgebieten mit einem Altersbezug in der Schweiz zu fördern. Dabei soll der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis, insbesondere die Erschliessung von Grundlagenwissen für die Praxis und praktischer Erfahrungen für die Forschung sowie die wissenschaftliche Überprüfung der gerontologischen Praxis unterstützt werden. Teilnahmeberechtigt waren Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die in der Schweiz tätig sind oder sonst einen engen Bezug zur Schweiz aufweisen.