Medienmitteilung vom 18.06.2007
MedienmitteilungBerührungen schützen Frauen vor Stress
Berührungen durch den Partner reduzieren bei Frauen den Stress. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Zürich, die das stressschützende Paarverhalten untersucht haben. Während Körperkontakte wie z.B. eine Massage gegen Stress helfen, schützt verbale Unterstützung durch den Partner alleine nicht. Die Studie ist in der neusten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift «Psychoneuroendocrinology» (Volume 32, issue 5) publiziert worden.
Psychologischer Stress kann den Körper auf vielfältige Art
belasten, so z.B. die Herzrate erhöhen oder die Immunantwort
vermindern. Schon lange untersuchen Wissenschaftler deshalb
Faktoren, die die körperliche Stressantwort abmildern könnten. Ein
solcher Faktor, der Stress vermindern kann, ist die soziale
Unterstützung. Unterstützung durch Freunde oder den eigenen Partner
kann nicht nur die emotionale Reaktion auf Stress, sondern auch die
hormonelle Stressantwort reduzieren. Leider schien dieser Effekt
der sozialen Unterstützung allerdings v. a. auf die Unterstützung
durch Frauen zuzutreffen. Während Männer gemäss vielen Studien
davon profitieren, dass ihre Partnerin das stressreiche Ereignis
mit ihnen vorher bespricht, schienen Frauen genau von dieser
verbalen Unterstützung wenig bis gar nicht zu profitieren. Bisher
war es unklar, welche Art der Unterstützung speziell Frauen in
einer Stresssituation nützen könnte.
Dr. Beate Ditzen und Prof. Markus Heinrichs vom
Psychologischen Institut der Universität Zürich verglichen mit
ihren Kollegen unterschiedliche Arten sozialer Unterstützung durch
den Partner (standardisierte Berührung wie Schulter-Nacken-Massage
ohne verbale Unterstützung und verbale Unterstützung ohne
Körperkontakt) mit einer dritten Bedingung, in der der Partner
nicht anwesend war. Anschliessend konfrontierten sie alle
teilnehmenden Frauen mit einem standardisierten psychosozialen
Stresstest.
Es zeigte sich deutlich, dass die untersuchten Frauen von der
Berührung durch den Partner profitierten, von verbaler
Unterstützung allein dagegen nicht. Frauen, die vor dem Stresstest
von ihrem Partner eine Schulter-Nacken-Massage erhalten hatten,
zeigten deutlich niedrigere Spiegel im Stresshormon Cortisol und
geringere Anstiege in der Herzrate als Frauen, deren Partner
verbale Unterstützung gegeben hatten. Diese Ergebnisse lassen
darauf schliessen, dass positiv wahrgenommene Berührungen eine
stark stressreduzierende Wirkung auf unterschiedliche körperliche
Systeme hat. Ob Körperkontakt auch bei Männern ähnlich positive
Effekte bei Stress hat wie bei Frauen, bleibt noch zu
untersuchen.
