Medienmitteilung vom 21.12.2007
MedienmitteilungFresszellen schützen vor Prionen-Infektion
Forschende der Universität Zürich können lebendes Kleingehirngewebe, das mit Prionen infiziert ist, unter Laborbedingungen am Leben erhalten und dabei die Krankheits-Entwicklung untersuchen. Wie sie beobachteten, schützen die Mikrogliazellen oder Fresszellen das Gehirn vor einer Infektion mit Prionen. Die Studie wird in «Nature Neuroscience» publiziert und ist online erschienen.
Prionen, die Erreger der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung beim
Menschen, von BSE (Rinderwahnsinn) und der Traberkrankheit bei
Schafen, infizieren im Krankheitsverlauf das Nervensystem und
zerstören Nervenzellen. Forscher der Universität Zürich um Prof.
Dr. Adriano Aguzzi haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, um
die Entwicklung dieser tödlich verlaufenden neurodegenerativen
Erkrankungen zu untersuchen. In einer Arbeit, die in der
renommierten Fachzeitschrift Nature Neuroscience erschienen ist,
berichten sie darüber: Es ist ihnen gelungen, dünne Schnitte von
le-bendem Kleinhirngewebe von Mäusen mit Prionen zu infizieren und
mehrere Wochen in einer Kulturschale am Leben zu halten. Im Laufe
dieser Zeit können die Forschenden beobachten, wie die Erkrankung
voranschreitet und wie das Nervengewebe darauf reagiert.
Das Hauptaugenmerk der aktuellen Studie war dabei auf die
Fresszellen des Gehirns, die so genannte Mikroglia gerichtet. Wenn
die Forscher diese Fresszellen aus den Schnitten entfernten, liess
sich das Gewebe leichter infizieren. Dies deutet darauf hin, dass
die Mikrogliazellen das Gehirn vor einer Infektion schützen. Diese
überraschende Entdeckung ist bedeutsam für das Verständnis der
Entwicklung von Prionen-Erkrankungen auch beim Menschen.
