Medienmitteilung vom 09.05.2007
MedienmitteilungFuchsbandwurm eine seltene aber zunehmende Erkrankung
Heute nach dem Verschwinden der Tollwut sind Füchse in der Schweiz sehr häufig und kommen selbst im Siedlungsraum in hoher Dichte vor. Dies weckt die Angst vor dem kleinen Fuchsbandwurm ein Fuchsparasit, der beim Menschen eine schwere Lebererkrankung auslösen kann. In einer gesamtschweizerischen Untersuchung der Vetsuisse-Fakultät der Universität Zürich wurde nun eine Zunahme der Krankheitsfälle festgestellt. Die Ergebnisse wurden im renommierten internationalen Journal «Emerging Infectious Diseases» publiziert. Das Risiko einer Erkrankung ist nach wie vor klein, insbesondere wenn gewisse Verhaltensregeln beachtet werden. Möglichkeiten zur Bekämpfung des Fuchsbandwurms untersucht jetzt eine neue, vom Bundesamt für Veterinärwesen finanzierte Studie.
Der kleine Fuchsbandwurm ist ein häufiger Darmparasit des
Fuchses. Mit dem Fuchskot werden Bandwurm-Eier ausgeschieden, die
sich in Mäusen zum Larvenstadium des Bandwurms entwickeln. Sehr
selten können sich auch Menschen durch die Aufnahme von
Bandwurmeiern infizieren und so an der Alveolären Echinococcose,
einer schweren Leberkrankheit, erkranken. In den letzten fünfzehn
Jahren hat die Population des Rotfuchses in der Schweiz stark
zugenommen. Zudem sind Füchse vermehrt in Siedlungsnähe und auch
mitten im Siedlungsraum anzutreffen. Mit den Füchsen ist auch der
die Füchse parasitierende Fuchsbandwurm häufiger geworden.
Das Institut für Parasitologie der Vetsuisse-Fakultät
Universität Zürich hat nun gemeinsam mit den Universitätskliniken
Zürich, Bern, Genf und Lausanne eine gesamtschweizerische Erhebung
zur Anzahl Erkrankungen beim Menschen durchgeführt. Die von Prof.
Peter Deplazes geleitete Dissertation von Alexander Schweiger hat
dabei eine Zunahme der Neuerkrankungen festgestellt. Während in den
90er Jahren jährlich rund 1.0 Personen pro Million Einwohner und
Jahr erkrankten, waren es zwischen 2001 und 2005 durchschnittlich
2.6 Neuerkrankungen pro Jahr. Dabei ist festzustellen, dass heute
das Risiko einer Erkrankung im Siedlungsraum kaum mehr tiefer ist
als in ländlichen Gebieten. Um das Risiko einer Infektion zu
minimieren, werden gewisse Verhaltensregeln empfohlen (siehe
Kasten).
Anders als bei der Tollwut ist es kaum möglich, den
Fuchsbandwurm grossflächig zu eliminieren. Doch der Parasit kann in
besonders exponierten Gebieten mit Ködern für Füchse deutlich
dezimiert werden. Die bisher getestete Methode zur Entwurmung von
Füchsen ist allerdings sehr aufwändig. Deshalb wird nun im Raum
Zürich geprüft, ob auch eine sparsame Entwurmungs-Methode effektiv
sein kann. Diese vom Bundesamt für Veterinärwesen finanzierte und
von der Stadt Zürich unterstützte Studie dient als Grundlage, um
künftig über mögliche Massnahmen zur Bekämpfung des Fuchsbandwurms
zu entscheiden.
Verhaltensempfehlungen
Der Mensch kann sich mit dem Fuchsbandwurm infizieren, wenn
er Bandwurmeier, zum Beispiel über verunreinigte Nahrung oder
Hände, zu sich nimmt. Folgende Vorsichtsmassnahmen sind zu
empfehlen:
- Waschen Sie Beeren, Gemüse, Salat und Fallobst vor dem Verzehr gründlich.
- Tiefgefrieren tötet die Fuchsbandwurmeier nicht ab. Bei gekochten Nahrungsmitteln besteht jedoch kein Risiko.
- Hände nach intensivem Kontakt mit Erde oder Boden (z.B. Gartenarbeiten) waschen.
- Mausende Hunde monatlich mit einem wirksamen Medikament gegen den Fuchsbandwurm behandeln.
- Nach Kontakt mit Hunden Hände waschen (infizierte Hunde oder Hunde, die sich im Fuchskot wälzen, können Fuchsbandwurm-Eier auf dem Fell tragen).
- Fuchskot im Garten mit umgestülptem Plastiksack einsammeln und mit dem Hauskehricht entsorgen (nicht auf den Kompost werfen oder vergraben).
- Füchse nicht füttern oder durch attraktive Nahrungsquellen (offener Kompost, Haustierfütterung im Garten, etc.) anlocken.
Personen, die vermuten, mit Eiern des kleinen Fuchsbandwurms
in Kontakt gekommen zu sein, können über den Hausarzt eine
Blutuntersuchung durchführen lassen.


