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Prof. Adriano Aguzzi, Direktor Institut für Neuropathologie
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Medienmitteilung vom 19.11.2007

Medienmitteilung

Neues Verfahren unterscheidet Prionen-Stämme

Forscher der Universität Zürich haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sie verschiedene Stämme von Prionen unterscheiden können. Dieses Verfahren hilft, Prionen-Erkrankungen wie die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung oder auch künftig die Alzheimer’sche Krankheit zu erforschen. Die Studie ist soeben in «Nature Methods» publiziert worden.

Wissenschaftler des Instituts für Neuropathologie unter der Leitung von Prof. Dr. Adriano Aguzzi haben ein neuartiges Verfahren zur Differenzierung von Prionen-Stämmen entwickelt. Dieses beruht auf sogenannten «lumineszierenden konjugierten Polymeren» («luminescent conjugated polymers», LCP). Dabei handelt es sich um fluoreszierende Moleküle, die an Protein-Aggregate binden und sich – abhängig von der Konformation des Proteins – verformen. Diese Verformung der Protein-gebundenen LCP lässt sich dann untersuchen und liefert einen «optischen Fingerabdruck» des aggregierten, also falsch gefalteten Proteins.

Zu den Prionen-Erkrankungen zählen die Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung beim Menschen, die bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) oder Rinderwahn, die «chronic wasting disease» bei Hirschen in Nordamerika sowie die Traberkrankheit bei Schafen. Mit dem neu entwickelten Verfahren lassen sich nun verschiedene Stämme von Prionen beim Menschen und bei Tieren diagnostizieren und unterscheiden. Die aktuelle Studie zielt darauf ab, das Phänomen der verschiedenen Stämme besser zu verstehen sowie zu erklären, wie die Protein-Aggregate ihre schädliche Wirkung ausüben.

Die LCP binden auch an viele andere Arten von Protein-Aggregaten, wie sie bei vielen Formen von degenerativen Erkrankungen des Nervensystems auftreten. Daher soll das Verfahren zukünftig auch bei der Erforschung weiterer Krankheiten wie der Alzheimer- oder der Parkinson-Erkrankung angewandt werden.