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Medienmitteilung vom 16.03.2007

Medienmitteilung

Ringvorlesungen der Universität Zürich und ETH Zürich: «Border Crossings» und «Meister ohne Lehrbrief?»

Im Sommersemester 2007 finden wiederum öffentliche Ringvorlesungen statt, welche die Universität Zürich und ETH Zürich gemeinsam veranstalten. Die Kommission für Interdisziplinäre Veranstaltungen bietet diesmal eine Vorlesungsreihe zum Thema «Border Crossings – Grenzverschiebungen und Grenzüberschreitungen in einer globalisierten Welt» an. Das Wissenschaftshistorische Kolloquium setzt den Akzent auf das Thema «Meister ohne Lehrbrief – frühere Formen der Ausbildung».

Die vielfältigen Transformationsprozesse im Zuge der Globalisierung stellen herkömmliche politische, gesellschaftliche und kulturelle Grenzen zunehmend in Frage. Die erhöhte Mobilität von Menschen, Kapital, Gütern, Bildern und Informationen und die durch Telekommunikationstechnologien ermöglichte dichte Vernetzung von Individuen und Organisationen über nationalstaatliche Grenzen hinweg lassen die Globalisierung als Epoche der Grenzüberschreitungen erscheinen. Damit wird jedoch keine entgrenzte Weltgesellschaft eingeläutet; eher gehen die Veränderungen althergebrachter Grenzen mit neuen Grenzziehungen und der Verschiebung ihrer Bedeutung einher. Die Ringvorlesung widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Grenzüberschreitungen und Grenzverschiebungen in einer globalisierten Welt.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Fragen der Toleranz, Religion, Rechtsstaatlichkeit, Migration, Staatsbürgerschaft sowie der Transformation von familiären Bindungen sowie individuellen und kollektiven Identitäten und deren Auswirkungen auf die Herstellung von Solidarität und Ausschluss stehen. Besondere Beachtung wird dem aussereuropäischen Kontext und der Geschlechterperspektive geschenkt.

Meister ohne Lehrbrief? – frühere Formen der Ausbildung
Heute bereitet man sich auf die meisten Berufe durch ganz bestimmte Lehr- oder Studiengänge vor, und wir ordnen den meisten professionellen Tätigkeiten ein konkretes Berufsbild zu. Schon in vormoderner Zeit war in manchen Berufszweigen der Weg, den die Anwärter zurückzulegen hatten, durch berufsständische Körperschaften oder durch die Satzungen der Universitäten festgelegt. Daneben gab es aber vielerlei nicht ausdifferenzierte Berufsbilder. Wie wurde etwa jemand zum Kardinal oder Architekten? Was gehörte zum Wesen eines Schulmeisters oder eines bildenden Künstlers? Oder wie bereitete sich jemand auf die Karriere eines Höflings vor?
In dieser Veranstaltungsreihe wird erkundet, wie die Ausbildung für diese – und manche anderen – Tätigkeiten früher aussah. Was versprach man sich von ihr, und was sah man für ihre wesentlichsten Wirkungen an? Inwieweit konnte der Einzelne selber den Weg bestimmen, auf dem er sein Berufsziel erreichte? Was gab es für Prüfungen und Bewährungsproben? Oder was für Modelle aus älterer Zeit blieben bestehen oder wurden zu neuer Gültigkeit erhoben? Dabei interessieren weniger die institutionellen Gegebenheiten als die übergreifenden gedanklichen Voraussetzungen und deren Umsetzung in der sozialen Realität.

Öffentliche Ringvorlesungen
Die Veranstaltungsreihe «Border Crossings» findet im Sommersemester 2007 ab 29. März 2007 jeweils Donnerstags von 18.15 bis 20.00 Uhr im Hauptgebäude der Universität Zürich im Hörsaal 180 statt; der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungsreihe «Meister ohne Lehrbrief» findet im Sommersemester 2007 ab 21. März 2007 jeweils mittwochs von 17:15 bis 19:00 im Hauptgebäude der Universität Zürich im Hörsaal F 101 (Eingang Rämistrasse 71) statt; der Eintritt ist frei.