Medienmitteilung vom 18.09.2007
MedienmitteilungRingvorlesungen: Von der Bibel über die Revolution zur Intimität
Die Universität Zürich und die ETH Zürich bieten auch im Herbstsemester 2007 öffentliche Ringvorlesungen an. Die Kommission für Interdisziplinäre Veranstaltungen (KIV) führt Vorlesungen zum Thema «Die Bibel und die Wissenschaften Wechselwirkungen in Geschichte und Gegenwart» durch. Das Wissenschaftshistorische Kolloquium setzt den Akzent auf das Thema «Politische Umwälzungen und wissenschaftliche Brüche» und die Privatdozentinnen und Privatdozenten präsentieren eine Vorlesungsreihe zum Thema «Intimität».
Die Bibel hat die abendländische Kultur stark geprägt: Über
Jahrhunderte hingen Weltbild, Geschichtsverständnis,
Menschenauffassung und Wertvorstellungen von ihr ab. Im Laufe der
Neuzeit haben sich die Wissenschaften allmählich von dieser Prägung
emanzipiert, die biblischen Texte kritisch beleuchtet und ihre
Vorstellungen in Frage gestellt. In dieser Vorlesungsreihe geht es
um die wechselseitige Beziehung aus Sicht verschiedener Disziplinen
wissenschaftshistorisch einerseits, aber auch mit Blick auf
aktuelle Debatten wie die erste Ringvorlesung «Bedrohen Minarette
unsere Kultur?» zeigt.
Politische Umwälzungen und wissenschaftliche Brüche
Wissenschafter sind Teil der Gesellschaft, und
wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung beeinflussen
einander. Andererseits ist naturwissenschaftliche
Grundlagenforschung zu einem grossen Teil von der Suche nach
«reiner Erkenntnis» getrieben. Ist der Kern der wissenschaftlichen
Entwicklung unabhängig von gesellschaftlichen Entwicklungen? Oder
gilt umgekehrt, dass das gesamte wissenschaftliche «Weltbild» von
dem politischen Umfeld geprägt ist? Die Vorträge dieses Semesters
werden diese Frage am Beispiel drastischer und dramatischer
gesellschaftlicher Entwicklungen und ihres Einflusses auf
ausgewählte Bereiche der Naturwissenschaften diskutieren.
Intimität
Menschsein und Intimität sind unmittelbar miteinander
verbunden, Intimität gilt als schützenswertes Gut. Intimität ist
allerdings wandelbar und steht in engem Bezug zu kulturellen bzw.
gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen sowie
religiösen Bedingungen. Gleichzeitig ist der jeweilige individuelle
Umgang mit Intimität bzw. Intimitätsverletzung je nach Situation
auch Ergebnis persönlicher Empfindungen, Einstellungen und
Entscheidungen. Im zwischenmenschlichen Kontakt wie auch im Umgang
mit Institutionen und Medien hat Intimität etwas zu tun mit dem
Aushandeln von Nähe und Distanz, mit dem Setzen, Verwischen,
Verschieben und Aufheben von Grenzen. In engem Zusammenhang mit
solchen Grenzverschiebungen stehen Vertrauen, Vertrautheit und
Vertraulichkeit. Werden Grenzen missachtet, wird die Vertrautheit
zerstört, geschenktes Vertrauen in Frage gestellt. Die
Veröffentlichung des Privaten im medialen Umfeld wie auch im
öffentlichen Raum steht dabei ebenso zur Debatte wie der von
Wissenschaft, Technologie und staatlichen Institutionen kontrovers
diskutierte gläserne Mensch.
Die Bibel und die Wissenschaften Wechselwirkungen in
Geschichte und Gegenwart
Die Veranstaltungsreihe findet im Herbstsemester 2007 jeweils
donnerstags von 18.15 bis 20.00 Uhr im Hauptgebäude der Universität
Zürich im Hörsaal 180 statt; der Eintritt ist frei.
Politische Umwälzungen und wissenschaftliche Brüche
Die Veranstaltungsreihe findet im Herbstsemester 2007 jeweils
mittwochs von 17:15 bis 19:00 im Hauptgebäude der Universität
Zürich im Hörsaal F 101 statt; der Eintritt ist frei.
Intimität
Die Veranstaltungsreihe findet im Herbstsemester 2007 jeweils
mittwochs von 18.15 19.30 Uhr im Hauptgebäude der Universität
Zürich im Hörsaal 104 statt; der Eintritt ist
