Medienmitteilung vom 20.03.2007
MedienmitteilungSchweizer Beschäftigte sind sich ihres Arbeitsplatzes sicher
Die Resultate des Schweizer HR-Barometers 2007, einer unabhängigen repräsentativen Studie der Universität und ETH Zürich mit 1035 Beschäftigten, zeigen: Ein Grossteil der Beschäftigten in der Schweiz betrachten ihren Arbeitsplatz als sicher, gleichzeitig wünschen sie sich einen traditionellen Karriereverlauf in der gleichen Firma.
Der HR-Barometer der Universität und ETH Zürich misst, wie es um
die Befindlichkeit der Beschäftigten in der Schweiz bestellt ist.
Die Ergebnisse der statistischen Analyse zeigen, dass entgegen
den Forderungen von Unternehmen nach Eigenverantwortung und
Flexibilität gut zwei Drittel der Beschäftigten traditionelle
Werte bevorzugen. Schweizer Beschäftigte legen Wert auf Sicherheit,
Loyalität und eine langfristige berufliche Laufbahn innerhalb des
gleichen Unternehmens. Und: Sie bekommen dies von ihrem Arbeitgeber
auch geboten. Die Folge: Jetzt, zu einem Zeitpunkt der
wirtschaftlichen Hochkonjunktur, berichten um die 80 Prozent der
Beschäftigten von einer niedrigen oder eher niedrigen
Arbeitsplatzunsicherheit. Das heisst, sie sehen ihre hohe Erwartung
an ihren Arbeitgeber bezüglich Sicherheit ihres Arbeitsplatzes als
erfüllt an.
Die niedrige Arbeitsplatzunsicherheit wirkt sich positiv auf
die Arbeits- und Lebenszufriedenheit, das Commitment oder auch die
psychische Gesundheit der Befragten aus. Einzig die vergleichsweise
wenigen Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag und
solche, in deren Unternehmen Personalabbau stattgefunden hat,
erleben grössere Unsicherheit bezüglich ihrer Arbeitsstelle. In
Verbindung mit der Arbeitsplatzunsicherheit steht die
Arbeitsmarktfähigkeit einer Person: Je arbeitsmarktfähiger sie sich
einschätzt, desto geringer fällt ihre erlebte
Arbeitsplatzunsicherheit aus. Arbeitsmarktfähige Personen müssen
weniger um ihren Arbeitsplatz fürchten, weil sie wissen, dass sie
anderswo Chancen haben.
Der Minderheit an Beschäftigten, welche jedoch bereit ist,
Eigenverantwortung und Flexibilität zu bieten, wird dies von Seiten
der Unternehmen aber paradoxerweise nicht unbedingt belohnt:
Eigenverantwortlich orientierte Beschäftigte erhalten von ihrem
Arbeitgeber weniger Angebote und sind mit ihrer Arbeit weniger
zufrieden. Wenn Unternehmen besonders arbeitsmarktfähige,
eigenverantwortliche und flexible Beschäftigte gewinnen möchten,
sollten sie daher auch vermehrt fördern, was sie fordern. Dies
nicht zu tun, könnte sich in Zukunft rächen denn nur wer Anreize
bietet, gewinnt den Wettbewerb um die Talente.
Zur Studie:
Der Schweizer HR-Barometer 2007 misst die aktuelle
Betriebstemperatur in Schweizer Unternehmen. Dabei werden
zahlreiche Themen wie Abeitsplatz(un)sicherheit,
Arbeitsmarktfähigkeit, Motivation, Arbeitszufriedenheit,
psychologischer Vertrag, Arbeitsflexibilisierung,
Karriereorientierungen, Personalentwicklung und Organisation des
HRM untersucht. Der HR-Barometer wird von Prof. Dr. Gudela Grote,
Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH Zürich,
und von Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Inhaber des Lehrstuhls für
Human Resource Management an der Universität Zürich, alljährlich
herausgegeben.
Der HR-Barometer 2007 entstand mit grosszügiger Unterstützung
folgender Institutionen:
Adecco Switzerland (Hauptsponsor), Novartis, Migros,
Winterthur und Ecoscientia Stiftung.
Gudela Grote, Bruno Staffelbach (Herausgeber). Schweizer HR
Barometer 2007. 124 Seiten; Format 21,0 x 28,0 cm; Grafiken,
Diagramme, Tabellen; Pappband, ISBN 978-3-03823-252-0; CHF 98.;
NZZ Libro, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung.
Veranstaltungshinweis
23.05.2007, 12.00 Uhr, Mittagsforum der Zürcher Gesellschaft
für Personal-Management
Prof. Dr. Gudela Grote wird die Ergebnisse im Mittagsforum
der ZGP vorstellen. Anmeldung erforderlich (unter www.zgp.ch).





