Medienmitteilung vom 04.12.2007
MedienmitteilungSchweizer Private-Banking-Anbieter sind internationale Spitze
Schweizer Private-Banking-Institute halten sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven internationalen Markt am besten. Dies zeigt die neueste «International Private Banking Study» des Instituts für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich, welche die Wettbewerbsfähigkeit von 253 Private-Banking-Anbietern aus elf Ländern untersucht hat.
Die Margen im Private Banking sind international in den letzten
Jahren zunehmend unter Druck geraten. Gegenüber 2004 vermochten nur
die Private-Banking-Anbieter in der Schweiz, Liechtenstein und den
nordischen Ländern ihre Margen zu verbessern. Im Kontrast zur
Entwicklung der Margen haben sich die Eigenkapitalrenditen seit
2004 durchwegs positiv entwickelt. Berücksichtigt man die
international unterschiedliche Eigenmittelausstattung, sind die
Schweizer Banken führend.
Operationelle Effizienz
Die operationelle Effizienz hat sich gegenüber 2004 über alle
Länder hinweg verbessert. Im Durchschnitt konnten die
Private-Banking-Anbieter das Kosten-Ertrags-Verhältnis um beinahe
fünf Prozentpunkte senken. Mit einem Kosten-Ertragsverhältnis von
65.7% befinden sich die Schweizer Anbieter allerdings auf den
hinteren Rängen. Auf der Ertragsseite jedoch sind sie vorne dabei:
Zusammen mit den japanischen und liechtensteinischen Banken sind es
die schweizerischen Anbieter, die den höchsten Gesamtertrag und
Bruttogewinn pro Mitarbeiter generieren.
Anlagerendite
Misst man die Anlagerendite relativ zum Benchmark, so
schneiden die Banken aus den nordischen Ländern am besten ab. Die
durchschnittliche Anlagerendite Schweizer Private-Banking-Anbieter
ist gegenüber der letzten Durchführung der Studie im Vergleich zur
ausländischen Konkurrenz leicht gefallen. Trotzdem gehören die
Schweizer Banken nach wie vor dem besten Drittel oder der besseren
Hälfte an, je nach Kennzahl.
Grösse und Wachstum
Die Studie untersucht, wie Grösse, Profitabilität, Effizienz
und Wachstum untereinander im Zusammenhang stehen und die
Anlagerendite beeinflussen. Insgesamt lässt sich nur begrenzte
Evidenz für Skalenvorteile, gemessen an der Profitabilität, finden.
Auf der anderen Seite scheinen kleine Institute effizienter
arbeiten zu können. Grösse und Wachstumsvariablen sind nicht
positiv korreliert. Mit anderen Worten: Grosse Banken wachsen nicht
schneller als kleine. Zum ersten Mal kann gezeigt werden, dass
Banken, die systematisch eine Überrendite erzielen auch unmittelbar
durch einen höheren Zufluss von Neugelder profitieren ein klarer
Hinweis für die steigende Bedeutung der Anlagerendite bei der
Private-Banking-Kundschaft als Auswahlkriterium einer Bank.
Schweizer Banken profitabler
Die detaillierte Betrachtung der Zahlen der Schweizer Banken
bringt erstaunliches zum Vorschein. So besteht beispielsweise ein
negativer Zusammenhang zwischen der Höhe der verwalteten
Kundenvermögen pro Mitarbeiter und den Margen, die darauf erzielt
werden. Dies steht im Widerspruch zur Tendenz zur Grösse in der
Branche. Als Gegentrend zu «offenen Produktarchitekturen» kann
gezeigt werden, dass für die Privatbanken als
Differenzierungskriterium zunehmend von Bedeutung ist, eigene Fonds
zu haben. Ein Vergleich schweizerischer und ausländisch
kontrollierter Banken in der Schweiz zeigt, dass die Schweizer
Banken letztere sowohl in Bezug auf die Profitabilität (gemessen an
der Eigenkapitalrendite) als auch auf die operative Effizienz
(Kosten-Ertragsverhältnis) übertreffen. Initiator und Leiter der
Studie, Prof. Dr. Teodoro Cocca, meint dazu: «Diese Resultate
sollten die Branche zum Nachdenken anregen. Einige der klassischen
Branchen-Credos, wie der Zwang zur Grösse oder offene und damit
nicht differenzierte Produktangebote, sind zumindest teilweise
kritisch zu hinterfragen.»
Fazit
Die Internationalisierung des Private Banking schreitet
weiter voran. Diese Entwicklung zeigt sich nicht zuletzt in den
intensiven Expansionsbestrebungen der Schweizer Grossbanken, aber
auch andere internationale Grossbanken hegen inzwischen
internationale oder sogar globale Ambitionen. Der sich
intensivierende Wettbewerb zwischen lokalen Anbietern und «Global
Players» schlägt sich in einer länderübergreifenden Konvergenz der
Margen nieder. In diesem Umfeld scheinen die Schweizer Privatbanken
hervorragend positioniert. Sie haben sich eine ausgezeichnete
Reputation erarbeitet, passen ihr Produktangebot schnell an neue
Anlagetrends an und setzen bei diversen betriebswirtschaftlichen
Kennzahlen den Massstab. Bei aller Stärke des Schweizer Private
Banking sind durchaus auch Möglichkeiten zur Verbesserung zu
erkennen: Anlageperformance und operative Effizienz bieten Raum zur
Verbesserung. Professor Cocca formuliert das Fazit wie folgt:
«Schweizer Banken sind im Private Banking weiterhin die Champions
es gilt aber weiterhin an der Technik und Kondition zu feilen, um
jedes Jahr das anspruchsvolle Publikum zu begeistern.»
