Medienmitteilung vom 27.04.2007
MedienmitteilungUniversität Zürich reformiert und feiert
Die Universität Zürich hat die Bologna-Reform umgesetzt. Wie an der heutigen Jahresmedienkonferenz mitgeteilt wurde, sind dabei neue, teilweise einzigartige Studiengänge mit zusätzlichen Wahlmöglichkeiten und vermehrter Interdisziplinarität entstanden. Einzigartig werden auch die Feierlichkeiten, mit denen die UZH nächstes Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert.
Die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen der Universität
Zürich im Jahr 2008 stehen unter dem Motto «Wissen teilen». «Wir
laden im Frühjahr 2008 alle Zürcherinnen und Zürcher, aber auch
alle Besucherinnen und Besucher Zürichs zu uns an die Universität
ein, wo sich die einzelnen Fakultäten präsentieren und unsere
zahlreichen Museen mit Sonderausstellungen aufwarten werden», sagte
Rektor Hans Weder an der Jahresmedienkonferenz der UZH. Die
Universität ist aber auch in der Stadt präsent: In einem
attraktiven «Parcours des Wissens» bietet sie die Möglichkeit, die
universitäre Arbeit hautnah mitzuerleben. Dabei kann die Bedeutung
der Wissenschaft für das tägliche Leben an zentralen Plätzen der
Innenstadt praktisch erfahren werden. «Wir freuen uns darauf, das
175-jährige Bestehen der UZH zu feiern und unser Wissen, aber auch
unsere Freude mit der Bevölkerung zu teilen», so Rektor Hans Weder.
Bologna-Reform in den Fakultäten
Schwerpunkt der diesjährigen Jahresmedienkonferenz war die
Studienreform Bologna. Bereits im Wintersemester 2004/05 startete
die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eine der führenden
Wirtschaftsfakultäten Europas mit der Bologna-Reform. «Im
Unterschied zu den alten Studiengängen stellen wir fest, dass die
Studierenden motivierter und präsenter sind», sagte Prorektor Prof.
Hans Caspar von der Crone. Ab dem Herbstsemester 2007 wird die
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ebenfalls das neu
strukturierte Doktoratsprogramm anbieten. Dieses Programm will
hervorragende junge Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt
ansprechen.
Eine Besonderheit der Rechtswissenschaftlichen Fakultät ist
die Bemühung, die Internationalität zu stärken. So hat die Fakultät
mit dem Kings College in London eine Vereinbarung für einen
Doppel-Master abgeschlossen. Mit der Universität Lausanne ist ein
deutsch-französischer Joint-Master mit verschiedenen Schwerpunkten
in Ausarbeitung. Weitere Doppel-Masterstudiengänge werden mit
europäischen Universitäten wie der Katholieke Universiteit Leuven
(Belgien) und der Universiteit Maastricht (Niederlande) an. Darüber
hinaus werden Verhandlungen mit Rechtsfakultäten in Singapur
(Singapur) und Hongkong (China) sowie der Tulane University in New
Orleans (USA) geführt, um auch aussereuropäische Kooperationen zu
ermöglichen.
Wie Prorektor Prof. Andreas Fischer ausführte, hat auch die
Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät schon auf das
Wintersemester 2004/05 auf Bologna umgesetzt. Auf Masterstufe hat
die Bologna-Reform weitere neue spezialisierte Studiengänge
ermöglicht. Umweltwissenschaften und Medical Biology sind bereits
gut gestartet, und in diesem Herbst beginnen die beiden
Masterstudiengänge Computergestützte Biologie und Bioinformatik und
Neuronale Systeme und Informationsverarbeitung.
Einzigartig im schweizerischen und teils auch im europäischen
Vergleich bietet die Theologische Fakultät Religionswissenschaft
als vollständigen Studiengang neben dem traditionellen
theologischen Studiengang an. Beide Fächer können nun als Hauptfach
studiert werden.
Über 40 Haupt- und mehr als 80 Nebenfächer in der PhF
Die wichtigsten Reformziele in der Philosophischen Fakultät
waren die Bewahrung der Fächervielfalt, die Wahlfreiheit sowie die
flexiblen Kombinationsmöglichkeiten von Haupt- und Nebenfächern.
Mit über 40 Haupt- und mehr als 80 Nebenfächern, die teilweise auch
mit Angeboten anderer Fakultäten kombiniert werden können, sind
diese Ziele erreicht worden. «Das Markenzeichen der Philosophischen
Fakultät, die Vielgestaltigkeit, besteht also weiterhin», so Prof.
Fischer. Die Reform wurden auch zu einer Überarbeitung des
Fächerangebotes genutzt. Neue Fächer sind etwa Kulturgeschichte der
Antike, Cultural Analysis, Theorie und Geschichte der Fotografie
oder Gender Studies.
In den medizinischen Studiengängen gibt es neu ab dem
kommenden Studienjahr 2007/08 Bachelor- und Masterabschlüsse. Wer
den Arzt-/Zahnarzt- oder Tierarztberuf ausüben will, muss in
Ergänzung zum universitären Masterabschluss jedoch wie bisher
das Staatsexamen ablegen und ein eidgenössisches Diplom erwerben.
Die Medizinischen Studiengänge der UZH sind nach neuesten
Erkenntnissen der Medizindidaktik ausgestaltet. Sie finden deshalb
auch international Beachtung.
Speziell ausgerichtet auf die Bedürfnisse von Studierenden
und Studien- und Mobilitätsinteressierten bietet die UZH ein
Online-Studierendenportal an, dessen Kernelement eine Datenbank mit
dem gesamten Studienangebot der UZH ist. Die UZH ist bisher die
einzige Universität der Schweiz, die ihr Lehrangebot derart
umfassend präsentiert.
5059 Master- und Bachelor-Studierende
Die Umsetzung der Bologna-Reform zeigt sich in einer Zunahme
um mehr als 3000 Bachelor- und Masterstudierenden (+164 Prozent)
gegenüber dem letzten Wintersemester. Mit 5059 Studierenden sind
bereits mehr als ein Fünftel aller Studierenden in einem gestuften
Studiengang eingeschrieben.
Wie Stefan Schnyder, Direktor Finanzen und Controlling,
erläuterte, wurden 2006 13 Millionen Franken zur Finanzierung der
Lehre im Rahmen des Bologna-Prozess bereitgestellt. Diese
finanziellen Mittel dienten primär der Verbesserung der
Betreuungsverhältnisse und der Intensivierung der Interaktivität in
den Lehr- und Lernprozessen. Für die weitere Verbesserung der
Betreuungsverhältnisse, dem Auf- und Ausbau der Masterstudiengänge,
sowie der Neugestaltung der Doktoratsstufe wird die UZH ab 2008
jährlich zusätzlich 19,4 Millionen Franken zur Verfügung stellen.
Der starke Wandel, den die Universität u.a. mit der
Studienreform vollzieht, wird mit einem erneuerten Webauftritt auch
nach aussen hin sichtbar gemacht. Unter www.uzh.ch erscheint die
Universität Zürich im Web in einem neuen Design: Modern, klar
gestaltet und reichlich bebildert sind die Informationen zur
Universität, zu Forschung, Studium und öffentlichen
Dienstleistungen übersichtlich strukturiert zugänglich.
