Medienmitteilung vom 06.09.2007
MedienmitteilungVontobel-Preis 2007 geht an Nachwuchsforscher der UZH
Der Vontobel-Preis für Altersforschung 2007 wird heute Donnerstag anlässlich des 8. Zürcher Gerontologietages der Universität Zürich verliehen. Preisträger sind die Psychologin Jacqueline Zöllig und die Soziologen Martina Brandt und Klaus Haberkern. Der mit 30000 Franken dotierte Preis ist einer der grössten auf diesem Gebiet.
Einen Preis erhält Jacqueline Zöllig, Psychologisches Institut
der Universität Zürich, für ihre Arbeit «Neural correlates of
prospective memory across the lifespan». Ihre Arbeit geht der Frage
nach, wie es unterschiedlichen Altersgruppen über die gesamte
Lebensspanne auf jeweils unterschiedliche Art gelingt, Absichten
auch ausführen zu können. Weil das Vergessen von Absichten die
selbständige Lebensführung stark beeinträchtigt, ist es für die
Altersforschung besonders wichtig zu wissen, wie es möglich ist,
Absichten im Gedächtnis zu bewahren und dann auch auszuführen.
Bisher wurde vor allem untersucht, warum ältere Personen schlechter
Leistungen erbringen als junge Personen. Zöllig erforscht dagegen,
durch welche Prozesse es Personen vom Jugendalter bis ins hohe
Alter gelingt, erfolgreich Absichten zu speichern, zu behalten und
adäquat abzurufen.
Ebenfalls einen Preis erhalten Martina Brandt und Klaus
Haberkern, Soziologsiches Institut der Universität Zürich, für ihre
Arbeit «Intergenerational help and care in Europe». Ihre Arbeit
beleuchtet die politisch wichtige Frage, welchen Einfluss
staatliche und andere professionelle Angebote auf die familiären
intergenerationalen Leistungen für Hochbetagte haben. Die im
europäischen Vergleich von 10 Ländern bei über 22000 Pesonen
erhobenen Daten zeigen dabei die grosse Bedeutung der Kombination
familiärer Hilfe und staatlich-professionell organisierter
Pflegeleistungen.
Der Vontobel-Preis für Altersforschung
Der Vontobel-Preis für Altersforschung hat zum Ziel, die
gerontologische Forschung aus allen Wissenschaftsgebieten mit einem
Altersbezug in der Schweiz zu fördern. Dabei soll der
Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis, insbesondere die
Erschliessung von Grundlagenwissen für die Praxis und praktischer
Erfahrungen für die Forschung sowie die wissenschaftliche
Überprüfung der gerontologischen Praxis unterstützt werden.
Teilnahmeberechtigt waren Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die
in der Schweiz tätig sind oder sonst einen engen Bezug zur Schweiz
aufweisen.
