Medienmitteilung vom 17.04.2008
MedienmitteilungKönige am Tigris Medien assyrischer Herrschaft
Die Archäologische Sammlung der Universität Zürich zeigt einzigartige, rund 2800 Jahre alte monumentale Wandreliefs aus den königlichen Palästen der einstigen assyrischen Hauptstadt Kalchu (Nordirak). Die Ausstellung «Könige am Tigris - Medien assyrischer Herrschaft» thematisiert die königliche Macht im Spannungsfeld von Politik und Ritual.
Monumentale Wandreliefs aus den königlichen Palästen der
assyrischen Hauptstädte am Tigris zählen zu den bedeutendsten
Hinterlassenschaften der altmesopotamischen Kultur und gehören zu
den Prunkstücken der grössten Antikenmuseen der Welt. Auch die
Archäologische Sammlung
der Universität Zürich besitzt elf Reliefplatten, die aus den
Palästen der assyrischen Herrscher Assurnasirpal II. und
Tiglatpileser III. in Kalchu (heute Nimrud bei Mosul, Irak)
stammen. Diese wurden 1864 von Julius Weber, dem Leiter der
Bagdader Filiale der schweizerischen Exportgesellschaft, der
Antiquarischen Gesellschaft Zürich geschenkt. Kurz zuvor, 1862,
hatte der Arzt Alexander Schläfli eine grössere Anzahl
mesopotamischer Kleinobjekte von Bagdad nach Zürich übermittelt
(«als erste derartige Sammlung aus Bagdad»). Sämtliche
altorientalischen Antiken der Antiquarischen Gesellschaft wurden
1897 der Archäologischen Sammlung
der Universität Zürich übergeben.
Teile dieses ausserordentlichen Bestandes werden nun
anlässlich des 175-Jahr-Jubiläums der Universität Zürich zusammen
mit Leihgaben aus Berlin, Dresden, London, Fribourg und Genf in der
Ausstellung «Könige am Tigris Medien assyrischer Herrschaft» im
Licht neuester Forschungen präsentiert. Dabei geht es um das in
Bild und Text durch unterschiedliche
Medien zum Ausdruck gebrachte Selbstverständnis der
Herrschenden, ihres Herrschaftsanspruches und der zur Sicherung
ihrer Macht verwendeten Mittel. Der König des assyrischen
Grossreiches ist von den höchsten Göttern legitimiert und gilt als
Hüter kosmischer Ordnung. Zugleich sieht er seine Herrschaft
permanent gefährdet und versucht, sich besonders in seiner Residenz
durch Bilder und Inschriften programmatisch dagegen abzusichern. In
Anbetracht gegenwärtiger Krisen im Irak wirft die Ausstellung hoch
aktuelle Fragen nach Mittel und Grenzen der Sicherung staatlicher
Macht sowie dem Fortwirken altorientalischer Denkmodelle bis in die
heutige Zeit auf.
Dank der Zusammenarbeit mit dem Vorderasiatischen Museum
Berlin und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden können fünf
weitere, über zwei Meter hohe Reliefs aus dem Palast Assurnasirpals
II. gezeigt werden. Die 2004 im Dresdener Albertinum präsentierte
und von Joachim Marzahn konzipierte Ausstellung «Könige am Tigris.
Assyrische Palastreliefs in Dresden» findet in der Zürcher Version,
die in Zusammenarbeit mit dem Religionswissenschaftlichen Seminar
entstanden ist, mit der Frage nach den «Medien assyrischer
Herrschaft» eine Aufnahme und zugleich Erweiterung.
Durch den Denkmälerbestand der Archäologischen Sammlung der
Universität Zürich sowie vielen weiteren Leihgaben konnte die Zahl
der Ausstellungsobjekte stark erweitert werden. Als besonderes
Highlight können zwei Platten des imposanten Wandschmuckes, die
einst im Palast Assurnasirpals II. im selben Raum unmittelbar
nebeneinander standen, nun für die Dauer der Ausstellung erstmals
seit der Entdeckung der Paläste vor rund 160 Jahren wieder vereint
werden.
Ausstellung:
Könige am Tigris
18.4.-31.8.2008
Archäologische Sammlung der Universität Zürich
Rämistrasse 73
8006 Zürich
Dienstag-Freitag 13-18 Uhr
Samstag und Sonntag 11-17 Uhr
Eintrittspreise:
CHF 10.- Erwachsene
CHF 8.- Personen in Ausbildung bis 25 Jahre oder über 65
Jahre
Kinder bis 12 Jahre gratis
Öffentliche Führungen:
Jeweils Mittwoch, 18.15 Uhr
30. April, 14. Mai, 28. Mai, 11. Juni, 25. Juni, 16. Juli, 6.
August, 27. August





