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Prof. Marlis Buchmann, Soziologisches Institut, Universität Zürich
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Medienmitteilung vom 07.11.2008

Medienmitteilung

Neuartiger Stellenmarkt-Index von Universität Zürich und Adecco Switzerland

Der Stellenmarkt-Monitor Schweiz der Universität Zürich hat einen Stellenmarkt-Index entwickelt, der erstmals im Internet-Zeitalter eine breit abgestützte und wissenschaftlich fundierte Messung der Stellenmarktentwicklung ermöglicht: Der «Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI)» erfasst die von Klein- und Grossfirmen aus allen Branchen und Regionen in Presse und im Internet ausgeschriebenen Stellen. Er gibt so Aufschluss über den aktuellen Personalbedarf der Unternehmen und die Beschäftigungschancen von Stellensuchenden in der Schweiz. Dieser weltweit einzigartige Index ist dank einer Zusammenarbeit zwischen Adecco Switzerland und der Universität Zürich entstanden.

In Zusammenarbeit mit dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz am Soziologischen Institut der Universität Zürich lanciert Adecco Switzerland den «Adecco Swiss Job Market Index (ASJMI)». Dank des Adecco-Engagements wird der Index künftig viermal im Jahr veröffentlicht. Er gibt als einziger kombinierter Stellenmarkt-Index der Schweiz Auskunft über den gesamten Schweizer Stellenmarkt in Presse und Internet (Online-Stellenportale und Webseiten von Unternehmen und Organisationen). «Damit steht erstmals eine wissenschaftliche Messgrösse für das gesamtwirtschaftliche Stellenangebot zur Verfügung», sagt Prof. Marlis Buchmann, Soziologisches Institut, an einer Medienkonferenz an der Universität Zürich. Die fortlaufende Aktualisierung der Indexreihen ermöglicht eine kontinuierliche Beobachtung des Schweizer Stellenmarktes: Aktuelle Veränderungen und Trends können analysiert und charakterisiert werden. Zudem kann anhand jährlicher Indexwerte die langfristige Entwicklung bis 2003 zurückverfolgt werden. So lassen sich erstmals gesicherte Erkenntnisse über den Stellenwert des Internets gegenüber der Presse vermelden.

Trendwende erkennbar
Die Entwicklung des «Adecco Swiss Job Market Index» belegt eine über die letzten fünf Jahre überaus positive Stellenmarktentwicklung: Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen hat sich seit 2003 bis März 2008 mehr als verdreifacht. Seit der ASJMI im März 2008 als Quartals-Index mit einem Startwert von 100 Punkten lanciert wurde, stabilisierte sich das Stellenangebot zunächst auf hohem Niveau, um dann im dritten Quartal 2008 erstmals leicht abzunehmen (- 5%). «Die in den letzten Monaten unsichere Konjunkturlage wirkt sich bis heute also nur beschränkt auf das Stellenangebot aus», erklärt Alexander Salvisberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stellenmarkt-Monitors. Allerdings dürfte sich der Abwärtstrend – verstärkt durch saisonale Effekte sowie die Finanzkrise – im nächsten Quartal fortsetzen.

Deutlich sind die Unterschiede in der jüngsten Entwicklung zwischen den Sprachregionen: Während in der Romandie und im Tessin bereits im 2. Quartal 2008 ein verhältnismässig deutlicher Einbruch beim Stellenangebot zu verzeichnen ist, ist das Stellenangebot in der Deutschschweiz nochmals leicht gewachsen, um erst im dritten Quartal zu schrumpfen.

Webseiten der Unternehmen wichtigster Kanal
Der «Adecco Swiss Job Market Index» setzt sich aus den drei Teil-Indices «Unternehmenswebseiten», «Jobportale» und «Presse» zusammen, die das Stellenangebot auf allen wichtigen Ausschreibungskanälen abbilden. Die neuartige Indexkonstruktion erlaubt es, die wachsende Zahl von Stellen, die mehrfach ausgeschrieben werden, anteilsmässig auf die Teil-Indices zu verteilen. Deren Entwicklung macht deutlich, wie die Webseiten der einzelnen Unternehmen und Organisationen nahezu unbemerkt zum weitaus wichtigsten – und oftmals unterschätzten – Ausschreibungskanal für offene Stellen aufgestiegen sind. Auf tieferem Niveau stark zugelegt haben Jobportale im Internet, während die Presse kontinuierlich Marktanteile eingebüsst hat. Im Aufschwung zwischen 2006 und 2008 hat zwar auch die Zahl der in der Presse inserierten Stellen stark zugenommen (+63%), aber weit weniger als die Stellenangebote im Internet. Und auch vom jüngsten Rückgang des Stellenangebots seit März 2008 ist die Presse zuerst und am stärksten betroffen. «Die Verlagerung des Stellenmarktes ins Internet ist noch nicht zum Abschluss gekommen», vermutet Alexander Salvisberg.

«Adecco Switzerland freut sich sehr, den Adecco Swiss Job Market Index der breiten Öffentlichkeit kontinuierlich zur Verfügung stellen zu können», erklärt Geschäftsführer Michael Agoras. Dies mit dem Ansinnen, eine Wissens-Plattform anzubieten, die dem Schweizer Arbeitsmarkt zu zusätzlichen praktischen Impulsen und grösserer Transparenz verhilft. Wie Michael Agoras weiter ausführt, wird der Index zukünftig jeweils im Februar, Mai, August und November veröffentlicht und kann auf www.adecco.ch unter «About Adecco» eingesehen werden.

Die aktuellen Indexzahlen sowie detaillierte Angaben zur Datengrundlage und Methodik des Index können auf der Website des Stellenmarkt-Monitors Schweiz der Universität Zürich bezogen werden (www.stellenmarktmonitor.uzh.ch).