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Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wulf Rössler, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie ZH West, Forschungsbereich Klinische und Soziale Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Tel.: +41 (0)44 296 74 00
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Dr. med. Matthias Jäger, Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie ZH West, Forschungsbereich Klinische und Soziale Psychiatrie, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
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Medienmitteilung vom 14.01.2008

Medienmitteilung

Psychiatrische und neurologische Erkrankungen verursachen einen Sechstel der Gesundheitskosten

Psychiatrisch-neurologische Erkrankungen belasten das Schweizer Gesundheitswesen mit 16 Prozent der Gesamtkosten. Die Ausgaben dafür betragen jährlich 15 Milliarden Franken oder über 2000 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. Damit verursachen psychiatrisch-neurologische Krankheitsbilder weitaus mehr Kosten als jede andere Krankheitsgruppe, wie Forscher der Universität Zürich in der ersten umfassenden Berechnung zeigen. Depression ist mit einem Kostenanteil von 30 Prozent die teuerste neuropsychiatrische Erkrankung.

Bislang existierte in der Schweiz keine umfassende Berechnung der Kosten psychiatrisch-neurologischer Erkrankungen. Eine Studie von Forschern der Universität Zürich, die in der Zeitschrift «Swiss Medical Weekly» am 12.1.2008 veröffentlicht wurde, schätzt erstmals die Gesamtkosten von Gehirn-Erkrankungen.

Wulf Rössler und Matthias Jäger zufolge ist jährlich jeder fünfte Einwohner der Schweiz von einer neuropsychiatrischen Erkrankung betroffen. Die häufigsten psychiatrische Erkrankung sind Angsterkrankungen mit 710 000 Fällen während Migräne mit 630 000 Fällen die häufigste neurologischer Erkrankung ist. Trotz ihrer Häufigkeit verursachen diese Erkrankungen relativ geringe Kosten (durchschnittliche Kosten für Angsterkrankungen 2700 Franken, für Migräne 1700 Franken). Hirntumore und Multiple Sklerose kosten dagegen viel (112000 Franken, 68000 Franken), obwohl sie eher selten sind. Depressionen und bipolare Erkrankungen (früher manisch-depressiver Erkrankungen benannt) sind sowohl häufig als auch kostenintensiv (11000 Franken, 17000 Franken) und damit die teuersten psychiatrischen Erkrankungen. Insgesamt verursachen psychiatrische Erkrankungen 78 Prozent der Gesamtkosten, neurologische und neurochirurgische Erkrankungen nur 22 Prozent.

Die Gesamtkosten psychiatrisch-neurologischer Erkrankungen in der Schweiz betragen 15 Milliarden Schweizer Franken, wobei indirekte Folgekosten der Erkrankungen wie Arbeitsausfall und Frühpensionierung fast 50 Prozent der Kosten ausmachen. Die direkten Kosten für stationäre und ambulante Behandlung betragen 30 Prozent. Die medikamentöse Therapie verursacht nur 2 Prozent der Gesamtkosten.

Die Studie berücksichtigt zwar alle verfügbaren Daten zu Kosten des Schweizer Gesundheitssystems und Hochrechnungen des «European Brain Counsil» auf der Basis gesamteuropäischer Daten. Dennoch werden die Kosten der psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen wahrscheinlich noch unterschätzt, da für einige Erkrankungen und Kostenfaktoren nur unzureichende Daten vorliegen.