Medienmitteilung vom 21.02.2008
MedienmitteilungRingvorlesungen: Vom Klon zur Wissenschaft
Die öffentliche Ringvorlesungen der Universität Zürich und der ETH Zürich widmen sich im Frühjahrssemester 2008 den Themen «Klon statt Person? Individualität im 21. Jahrhundert» und «Wissenschaften im Auf und Ab zwischen Aktualität und Nischendasein».
Der Titel «Klon statt Person? Individualität im 21. Jahrhundert»
verweist in leicht provokanter Weise auf eine Herausforderung, der
sich die Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu stellen haben.
So stellt etwa die Absicht, ein Individuum zu klonen, die Begriffe
der Person und des Individuellen grundsätzlich in Frage. Dadurch
geraten Grundpfeiler des traditionellen abendländischen Denkens ins
Wanken und mit ihnen ein Grundverständnis des Menschen, seines
ethischen Handelns, des Personenrechts sowie der politischen
Ordnung.
Wieso sind Tiere keine Personen? Verändert sich die
Persönlichkeit eines Menschen nach einer Herztransplantation? Kann
man bei virtuellen Konstrukten auf dem Internet ebenfalls von
Personen reden? Was unterscheidet den Begriff des Individuums von
demjenigen der Person? Wieso hat das individuelle Genom keinen
Personenstatus? Solche Fragen stehen im Zentrum dieser
Ringvorlesung, in der Vertreterinnen und Vertreter aus
geisteswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Richtung,
sowie Schriftsteller und Künstler zu Wort kommen werden.
«Wissenschaften im Auf und Ab zwischen Aktualität und
Nischendasein»
Die Entwicklung der Wissenschaften ist gekennzeichnet durch
Diskontinuitäten und wechselnde Aktualität, durch unterschiedlich
lang anhaltende Trends und gelegentlich auch durch kaum rational
erklärbare Moden. Was im Trend liegt, kann über kurz oder lang an
Bedeutung verlieren, zu einem Nischendasein verkümmern, unter
Umständen aber auch wieder Topaktualität erlangen. Ein
verlässliches Bild dieser Dynamik ergibt das Studium der
Stellenprofile ausgeschriebener Professuren im Inseratenteil
prominenter Fachzeitschriften über die letzten Jahrzehnte.
Der Vortrag «Glanz und Elend des Nobelpreises» beleuchtet
augenfällig den Aktualitätswechsel in den Naturwissenschaften.
Anhand von Fallbeispielen aus der Physik und der Biologie wird
unter anderem auf die zum Teil sehr unterschiedliche Dynamik in der
Entwicklung der Teilgebiete dieser Wissenschaften eingegangen. Die
Themen Physiognomik und Eugenik versuchen die Irrationalität
kultur- bzw. rassenpuristischer Moden offen zu legen.
«Klon statt Person? Individualität im 21. Jahrhundert»
Die Veranstaltungsreihe der Kommission für Interdisziplinäre
Veranstaltungen (KIV) findet in der Regel jeweils donnerstags
von 18.15 bis 20.00 Uhr im Hauptgebäude der Universität Zürich im
Hörsaal 180 (Eingang Karl Schmid-Str. 4) statt; der Eintritt ist
frei.
«Wissenschaften im Auf und Ab zwischen Aktualität und
Nischendasein»
Die Veranstaltungsreihe des Wissenschaftshistorischen
Kolloquiums findet jeweils mittwochs von 17:15 bis 19:00 im
Hauptgebäude der Universität Zürich im Hörsaal F 101 (Eingang
Rämistrasse 71) statt; der Eintritt ist frei.
