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Prof. Dr. Bruno Staffelbach
Universität Zürich, Lehrstuhl für Human Resource Management
Tel 044 634 29 86
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Prof. Dr. Gudela Grote
ETH Zürich, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie
044 632 7086
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Medienmitteilung vom 26.03.2008

Medienmitteilung

Schweizer Beschäftigte lassen sich nicht kaufen

Schweizer Beschäftigte stellen hohe Anforderungen an ihren Arbeitsplatz. Viel wichtiger als ein möglichst hoher Lohn sind aber qualitative Faktoren wie flexible Arbeit, Verantwortung, Entscheidungsspielraum und Mitwirkung. Dies sind die Resultate des Schweizer HR-Barometers 2008, einer unabhängigen repräsentativen Studie der Universität Zürich und der ETH Zürich.

Im Zentrum des Schweizer Human-Relations-Barometers steht dieses Jahr die Lohnzufriedenheit. Von den 1370 befragten Beschäftigten aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz ist knapp die Hälfte zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Lohn (49%), nur 13% sind unzufrieden oder sehr unzufrieden. Ein recht grosser Teil ist indifferent (38%).
Die Studie zeigt, dass die Höhe des Lohnes keine entscheidende Rolle spielt, ob sich Beschäftigte für einen Arbeitgeber entscheiden oder für längere Zeit an ihn binden. Entscheidender ist die Qualität am Arbeitsplatz. Zwar steigt die Lohnzufriedenheit mit steigendem Bruttoeinkommen. Sie nimmt aber noch stärker zu, wenn von den Unternehmen Massnahmen des Human Ressource Managements wie etwa Leistungsbeurteilung und Personalentwicklung eingesetzt werden und wenn bezüglich des psychologischen Vertrags die gegenseitigen Angebote und Erwartungen in der Arbeitsbeziehung im Einklang sind.

Anspruchsvolle Beschäftigte – Karriere machen weniger wichtig
Zwar ist die Mehrheit der Beschäftigten in der Schweiz mit der Arbeitsstelle, der beruflichen Laufbahn und der Work-Life-Balance zufrieden. Dennoch denken immer mehr an einen Stellenwechsel: Rund ein Drittel der Befragten bekundet Kündigungsabsichten, das sind 5% mehr als im Vorjahr. Weiter berichten mehr Befragte von einer sinkenden Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber – gleichzeitig wünschen sie sich umgekehrt von Seiten des Arbeitgebers mehr Loyalität. Es zeigt sich also, dass die Beschäftigten kritisch, fordernd und unabhängig sind und die Unternehmen gefordert sind, wenn ihnen an einer hohen Mitarbeiterbindung gelegen ist.
Markant gestiegen ist der Anteil jener Beschäftigten, die eine «Karriere» als nicht wichtig betrachten. Sie machen heute ein Drittel aller Beschäftigten aus. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Bedeutung der Arbeitstätigkeit im Vergleich zu anderen Lebensbereichen abnimmt.

Angst um Arbeitsmarktfähigkeit in der Westschweiz grösser
Die Angst um den eigenen Arbeitsplatz ist nicht sehr ausgeprägt und gegenüber dem Vorjahr sogar gesunken. Dennoch glaubt rund die Hälfte, bei Verlust des Arbeitsplatzes keine gleichwertige Stellung mehr zu finden. Dabei beurteilen die Befragten aus der Westschweiz ihre Arbeitsmarktfähigkeit tiefer als jene aus der Deutschschweiz. Ganz generell gewichten die Beschäftigten in der Westschweiz den Faktor Arbeit im Vergleich zu anderen Lebensbereichen geringer als in der Deutschschweiz. Den Grund dieser unterschiedlichen Gewichtungen kann das Schweizer HR-Barometer aber nicht abschliessend erklären.

Die Autoren der Studie empfehlen den Unternehmen, zukünftig noch mehr Gewicht auf die systematische Gestaltung des Arbeitsumfeldes zu legen. Gute Entwicklungsmöglichkeiten und der Einbezug der Mitarbeitenden in Entscheidungen seien zentrale Voraussetzungen dafür.

Zur Studie:
Der Schweizer HR-Barometer 2008 misst die aktuelle Betriebstemperatur in Schweizer Unternehmen. Dabei werden zahlreiche Themen wie Lohnzufriedenheit, Motivation, Arbeitszufriedenheit, psychologischer Vertrag, Arbeitsflexibilisierung, Karriereorientierungen, Abeitsplatz(un)sicherheit, Arbeitsmarktfähigkeit, Personalentwicklung und Organisation des HRM untersucht. Der HR-Barometer wird von Prof. Dr. Gudela Grote, Professur für Arbeits- und Organisationspsychologie der ETH Zürich, und von Prof. Dr. Bruno Staffelbach, Inhaber des Lehrstuhls für Human Resource Management an der Universität Zürich, alljährlich herausgegeben.
Die Basis der Studie bilden 1370 Interviews, welche von geschulten Fachpersonen der Universität Zürich und der ETH Zürich zwischen April und Juni 2007 durchgeführt werden. Die Interviewten wurden telefonisch zu Hause befragt, nicht am Arbeitsplatz. Die vorliegende Ausgabe 2008 umfasst erstmals auch die französischsprachige Schweiz.

Der HR-Barometer 2008 entstand mit grosszügiger Unterstützung folgender Institutionen: Adecco Switzerland (Hauptsponsor), AXA Winterthur, Axpo, IBM und Ecoscientia Stiftung.

Gudela Grote, Bruno Staffelbach (Herausgeber). Schweizer HR-Barometer 2008. 136 Seiten; Format 21x28cm; Grafiken, Diagramme, Tabellen, Pappband, ISBN 978-3-03823-421-0; CHF 80.–; NZZ Libro, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung.

Rezensionsexemplare des Buches Schweizer HR-Barometer 2008:
Dorothee Schneider
NZZ Libro, Buchverlag Neue Zürcher Zeitung
d.schneider@nzz.ch, +41 (0)44 258 19 92

Veranstaltungshinweise:
Die Ergebnisse des Schweizer HR-Barometers 2008 werden durch die Herausgeber persönlich erläutert und diskutiert an folgenden Veranstaltungen:

26.03.2008, 10.15-12.00 Uhr: Medienkonferenz im Universitätshauptgebäude, KOL E13 (Erdgeschoss), Rämistrasse 71, Zürich.

04.06.2008, 12.00 Uhr, Mittagsforum der Zürcher Gesellschaft für Personal-Management (www.zgp.ch). Prof. Dr. Gudela Grote wird die Ergebnisse im Mittagsforum der ZGP vorstellen.
Anmeldung erforderlich (unter www.zgp.ch).