Medienmitteilung vom 28.08.2008
MedienmitteilungVontobel-Preis für Altersforschung 2008
Der Vontobel-Preis für Altersforschung 2008 geht an die beiden Nachwuchsforscher Simon Forstmeier und Jana Henschkowski von der Universität Zürich. Der Preis, von der Familien-Vontobel-Stiftung mit 30000 Franken dotiert, ist einer der weltweit grössten auf diesem Gebiet. Er wird heute Donnerstag anlässlich des 9. Zürcher Gerontologietages der Universität Zürich verliehen.
Einen Preis erhält der Psychologe Simon Forstmeier für die
zusammen mit einem Koautor verfasste und in der Zeitschrift
«Psychology and Aging» zur Publikation angenommene Arbeit
«Motivational reserve: Lifetime motivational abilities
contribute to cognitive and emotional health in old age». Simon
Forstmeier wurde 1973 in Darmstadt geboren und promovierte 2004 im
Fach Psychologie an der Universität Trier in Deutschland mit der
Bestnote «Summa cum laude». Seit 2005 arbeitet er als Oberassistent
am Lehrstuhl Psychopathologie und Klinische Intervention und als
Koordinator des Spezialambulatoriums für Psychotherapie am
Psychologischen Institut der Universität Zürich.
Die Arbeit von Forstmeier geht der Frage nach, welche
Fähigkeiten zur Handlungs- und Motivationsregulation es Personen
mit einer fortschreitenden Demenzerkrankung ermöglichen, ihr Leben
trotz zunehmender kognitiver Einschränkungen zu bewältigen. Die
Arbeit fokussiert damit auf ein neues Konzept der Lebensgestaltung
im Bereich gerontologischer Forschung und erklärt damit die
differenziellen Entwicklungsverläufe im Alter. Die Arbeit richtet
damit den Blick in neuartiger Weise auf die enormen
Anpassungsleistungen, die Personen im Alter erbringen.
Ebenfalls einen Preis (ex aequo) erhält die Medizinerin Jana
Henschkowski für die von ihr zusammen mit sechs Koautorinnen und
Koautoren verfasste und in der Zeitschrift «British Medical
Journal» zur Publikation eingereichte Arbeit «Anti-fall efficacy of
oral supplemental vitamin D and active vitamin D: A meta-analysis
of randomized controlled trials».
Jana Henschkowski wurde 1971 in Münster geboren. Sie hat in
Greifswald und Dresden Medizin studiert und 1999 ihr Staatsexamen
abgelegt; 2006 erhielt sie den Facharzttitel für Nephrologie und
2007 für Innere Medizin. Frau Henschkowski hat zwischen 2002 und
2005 am Inselspital in Bern in den Bereichen Innere Medizin und
Nephrologie gearbeitet und ist seit 2005 Ärztin am
Universitätsspital Zürich an der Klinik für Rheumatologie.
Die von Henschkowski und Kollegen vorgelegte Arbeit
beleuchtet die für die medizinische Praxis sehr wichtige Frage,
welcher Umfang und welche Art von Therapien sich günstig auf die
Sturzprävention im Alter auswirken. Sie wertete dazu
längsschnittliche Daten von über 2400 Personen aus und analysierte
die therapeutische Wirkung unterschiedlicher Dosen und
Präparatarten auf die Entwicklung von Sturzprävalenzen. Auf der
Basis dieser Analysen erarbeitete sie genaue und fundierte Hinweise
für die sturzpräventive Therapie mit Vitamin D. Die Arbeit legt
damit die Grundlage für weiterführende Studien, die den präventiven
Einsatz über die gesamte Lebensspanne und in unterschiedlichen
Studienpopulationen untersuchen.
Der Vontobel-Preis
Der Vontobel-Preis für Altersforschung 2008 wurde im Frühjahr
dieses Jahres landesweit und international mit dem Ziel
ausgeschrieben, den herausragenden wissenschaftlichen Nachwuchs in
der gerontologischen Forschung aus allen Wissenschaftsgebieten mit
einem Altersbezug in der Schweiz zu fördern. Dabei soll der
Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis, insbesondere die
Erschliessung von Grundlagenwissen für die Praxis und praktischer
Erfahrungen für die Forschung sowie die wissenschaftliche
Überprüfung der gerontologischen Praxis unterstützt werden. Ein
wichtiges Anliegen ist auch die Information und Sensibilisierung
der Öffentlichkeit zu Fragen des Alterns in der Gesellschaft, um
Möglichkeiten der Solidarität zwischen verschiedenen Generationen,
Alters- und Berufsgruppen im Umfeld der Gerontologie aufzuzeigen.
Teilnahmeberechtigt waren Nachwuchsforscherinnen und forscher, die
in der Schweiz tätig sind oder sonst einen engen Bezug zur Schweiz
aufweisen.
