Medienmitteilung vom 18.12.2009
47 Mio. Franken für Forschung in Zürich – Fördergelder des Europäischen Forschungsrats
Der Europäische Forschungsrat unterstützt Forscher der ETH Zürich und der Universität Zürich dieses Jahr mit umgerechnet rund 47 Millionen Franken. Mit den so genannten ERC-Grants können Projekte der Grundlagenforschung finanziert werden.
Von Geophysik, über Neuropathologie, Verfahrenstechnik bis hin zur empirischen Wirtschaftsforschung – um nur einige zu nennen – erstrecken sich die Wissenschaftsgebiete, die vom Europäischen Forschungsrat (ERC) in Zürich gefördert werden. Insgesamt elf Professuren an der ETH Zürich sowie sechs an der Universität Zürich kommen in den Genuss eines prestigeträchtigen ERC-Grants. Das erklärte Ziel des ERC ist, mit den Fördergeldern «ERC Advanced Investigator Research Grants» herausragende Forschungspersönlichkeiten aus allen wissenschaftlichen Disziplinen zu unterstützen und so ihren Spielraum für wissenschaftliche Kreativität zu vergrössern.
Bilaterale Verträge machen’s möglich
Dank der bilateralen Verträge können sich Forschende in der Schweiz seit 1987 an den Rahmenprogrammen für Forschung und technologische Entwicklung (FRP) der EU vollumfänglich beteiligen. Die ERC-Grants sind Teil dieses Rahmenprogramms. Basierend auf dem Bruttoinlandprodukt (BIP) bringt die Schweiz 2,6% des Gesamtbudgets der Rahmenprogramme auf, erhält aber im Vergleich rund 4% der Auszahlungen. Somit bekommt die Schweiz mehr Geld, als sie beim Europäischen Forschungsprogramm einbezahlt. Die neusten Zahlen dazu wird das Staatsekretariat für Bildung und Forschung anfangs 2010 kommunizieren.
Forschungsplatz Zürich erfolgreich und etabliert
Nach 2008 fand nun die zweite Ausschreibung für die ERC-Grants innerhalb des 7.FRP (2007-2013) statt. Es gingen 1583 Anträge beim EU-Forschungsrat ein, der gegen 735 Mio. Schweizer Franken vergeben konnte. Von dieser Gesamtsumme gehen nun rund 47 Mio. an 17 Wissenschaftler und Forschungsgruppen in Zürich. Die finanzielle Unterstützung beträgt je nach Projekt zwischen 760 000 bis zu 4,7 Millionen Schweizer Franken.
Bei der ersten Ausschreibung des ERCs im letzten Jahr wurden Forschungsprojekte an den beiden Zürcher Hochschulen mit fast 30 Millionen Franken bedacht. Die Tatsache, dass 2009 die Anzahl der unterstützten Projekte von 9 auf insgesamt 17 Projekte gestiegen ist und sich die zur Verfügung gestellten Gelder um 17 Millionen Schweizer Franken erhöht haben, zeigt, dass sich der Forschungsplatz Zürich beim Europäischen Forschungsrat nachhaltig etablieren konnte.
Alle ausgezeichneten Forschenden
Die ERC-Grants werden in drei Bereichen vergeben:
Im Bereich «Life Sciences» erhalten Adriano Aguzzi, Professor für Neuropathologie, die beiden Pflanzenbiologen Prof. Ueli Grossniklaus und Prof. Beat Keller sowie Prof. Hanns Ulrich Zeilhofer vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich je einen ERC-Grant. Von der ETH Zürich werden in diesem Bereich Nenad Ban, Professor am Institut für Molekularbiologie und Biophysik, Prof. Yves Barral, Institut für Biochemie und Prof. Markus Stoffel, Institut für Molekulare Systembiologie, ausgezeichnet
Prof. Demetrios Christodoulou, von der Professur für Mathematik und Physik, Prof. François Diederich, Laboratorium für Organische Chemie, Andrew Jackson, Professor am Institut für Geophysik, Prof. Tilman Esslinger vom Institut für Quantenelektronik, Prof. Michele Parrinello, Professur für Computational Science, Sotiris Pratsinis, Professor am Institut für Verfahrenstechnik, Prof. Christoph Schwab vom Seminar für Angewandte Mathematik, Alain-Sol Sznitman, Professor für Mathematik – alle von der ETH Zürich – sowie Prof. Peter Hamm vom Physikalisch-chemischen Institut der Universität Zürich erhalten einen ERC-Grant in «Physical Sciences and Engineering».
Als einziger Zürcher Forscher im Bereich der Sozial- und Geisteswissenschaften wird Prof. Jacob Goeree von der Empirischen Wirtschaftsforschung der UZH ausgezeichnet.
Mehr Informationen zu europäischen Forschungsprojekten unter: http://www.euresearch.ethz.ch/
