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Neurologger

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Dank dem Mini-Neurologger können Untersuchungen auch an frei lebenden Tieren gemacht werden.

EEG-Antwort

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EEG-Antwort auf Reize bei fliegenden Brieftauben (Bild: Ken Billington)

Kontakt

Dr. Alexei Vyssotski, Institut für Neuroinformatik, Universität Zürich/ETH Zürich

Tel. +41 44 635 30 41

Mobile +41 79 756 51 77

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Medienmitteilung vom 25.06.2009

 

Brieftauben auf dem Heimflug: Neuronales Gewitter bei auffälligen Geländemerkmalen

Dass Brieftauben den Weg zum heimischen Taubenschlag zuverlässig wieder finden, ist eine bekannte und seit Jahrhunderten genutzte Tatsache. Eine internationale Forschungsgruppe hat nun erstmals die Gehirnaktivität von frei fliegenden Brieftauben untersucht und legt so die Basis für das neurologische Verständnis für ihre erstaunliche Orientierungsleistung. Der dafür eigens entwickelte Mini-Neurologger ermöglicht es, elektrophysiologische Untersuchungen neu auch an Tieren in freier Wildbahn durchzuführen.

Wie sich Brieftauben orientieren und wie sie aus grossen Distanzen zurück in ihren Taubenschlag finden, ist auch heute noch ungeklärt. Bekannt ist lediglich, dass Brieftauben u.a. mit Hilfe des Erdmagnetismus und des Sonnenstands navigieren. Zur Diskussion steht auch die Orientierung über olfaktorische Elemente. Eine internationale Forschungsgruppe hat nun erstmals die Gehirnaktivität von frei navigierenden Brieftauben analysiert. Dazu entwickelte und baute Dr. Alexei Vyssotski von der Universität Zürich einen speziellen, zwei Gramm leichten Mini-Neurologger, der die Hirnaktivität der fliegenden Taube aufzeichnet. Die exakte Flugroute wird mit einem ebenfalls von der Forschungsgruppe entwickelten tragbaren GPS-Logger festgehalten. Dank Vyssotskis Mini-Neurologgers werden in Zukunft elektrophysiologische Untersuchungen an frei lebenden Tieren unter natürlichen Bedingungen möglich sein.

In seiner Pionierarbeit weist Vyssotski nach, dass bei Tauben die für die Orientierung wichtigen Gehirnfrequenzen im mittel- und hochfrequenten und nicht wie bisher angenommen im niederfrequenten Bereich liegen. Für die Studie sind Brieftauben auch auf dem offenen Meer in Distanzen bis zu 30 Kilometern von ihrer Heimbasis entlassen worden. Die Hirnaktivität der untersuchten Brieftauben steigt an, sobald sie festes Land erreichen. Erkennt die Brieftaube auf ihrem Flug ein ihr bereits bekanntes topografisch auffallendes Landmerkmal wieder, ist dies ebenfalls mit einem deutlichen Anstieg der Hirnaktivität gekoppelt. Daraus ist zu schliessen, dass Brieftauben für ihre Raumorientierung auch visuelle Merkmale einbeziehen. Interessant ist ferner, dass die Hirnaktivität beim Fliegen im Schwarm deutlich schwächer ist, als wenn die Tiere im Alleinflug unterwegs sind. Möglicherweise findet beim Fliegen eine noch genauer zu untersuchende Art der «Arbeitsteilung» zwischen den Tauben statt. Im Rahmen von zukünftigen Forschungen soll untersucht werden, wie Brieftauben auf ihren Flügen Entscheide f ällen.

Literatur:

Alexei L. Vyssotski, Giacomo Dell’Omo, Gaia Dell’Ariccia, Andrei N. Abramchuk, Andrei N. Serkov, Alexander V. Latanov, Alberto Loizzo, David P. Wolfer, and Hans-Peter Lipp: EEG in flying pigeons responds to visual landmarks, Current Biology 19, Issue 14, DOI: 10.1016

Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät (MNF) ist eine der sieben Fakultäten der Universität Zürich (UZH). Mit ihren über 120 Professorinnen und Professoren an 16 Instituten lehrt und forscht die MNF auf höchstem Niveau. In den Bereichen Life Sciences und Umweltwissenschaften zählt die MNF der UZH gemäss Shanghai-Ranking zu den europäischen Top-Adressen (Rang 5).