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02.11.2009

Massenaussterben und Evolution im Zoologischen und Paläontologischen Museum der UZH

Massenaussterben waren Katastrophen für die meisten Tiergruppen. Überraschend vielen boten sie jedoch auch eine Chance. Die Katastrophen kurbelten die Evolution an und führten zu neuen Formen und grösserer Vielfalt der Überlebenden. Forschungsteams des Paläontologischen Instituts und Museums der Universität Zürich zeigen in der neuen Sonderausstellung und im gleichnamigen Buch die verschiedenen Massenaussterben und analysieren deren Ursachen.

Die Zeitreise in den beiden Museen der Universität Zürich führt entlang einer acht Meter langen Balkenreihe, sinnbildlich für unzählige Aussterbe-Ereignisse, durch die letzten 540 Jahrmillionen und mitten in die Schauplätze verschiedener Massenaussterben. Hier liegt ein gigantisches Dinosaurier-Skelett auf einer Bühne neben vulkanischer Lava und einem Meteoriten. Das Skelett symbolisiert den Tod aller Dinosaurier im wohl berühmtesten Massenaussterben vor 65 Millionen Jahren. Gleich daneben tritt ein putziges Pelztier den folgenden Siegeszug der Säugetiere an. Und genau das ist typisch: jede dieser Katastrophen forderte unzählige Opfer und wirkte gleichzeitig als Katalysator der Evolution.

Doch die einzelnen Massenaussterben unterscheiden sich deutlich voneinander. Ihre typischen Eigenschaften und Auswirkungen auf die folgenden Erholungsphasen sind in der Ausstellung in fünf Zeitfenstern dargestellt. Als Gesteinsschichten gestaltete Ausstellungsmöbel veranschaulichen mit 300, teilweise erstmals öffentlich ausgestellten Fossilien und 10 Lebensmodellen die Opfer und Gewinner. Ob und weshalb das nächste Massenaussterben kommt, wird kritisch hinterfragt. Dass paläontologische Forschung harte Knochenarbeit sein kann, erkennt man in Filmen und spielerisch im als Grabungsstelle gestalteten Sandkasten. Kinder können wie richtige Paläontologen einen Saurier freilegen und nach fossilen Haifischzähnen suchen.

Die Sonderausstellung «Massenausterben und Evolution – Katastrophen als Verhängnis und Chance für Lebewesen seit Milliarden von Jahren» ist eine Gemeinschaftsproduktion des Paläontologischen und Zoologischen Museums der Universität Zürich. Ein reichhaltiges Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und Familiensonntagen bietet Gelegenheiten, mit den Forschern zu diskutieren. Im gleichzeitig erschienenen und im Museum erhältlichen Buch «Massenaussterben und Evolution» vertiefen die fünf Paläontologen und Ausstellungsautoren das spannende Thema auf über 50 reich bebilderten Seiten.

Vorinformation für Medien:

Montag, 2. November, 16 bis 18 Uhr Zoologisches Museum der Universität Zürich, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich

Vernissage für Medien und geladene Gäste:

Montag, 2. November 18.00 Uhr

Begrüssung: Dr. Marianne Haffner, Leiterin Zoologisches Museum

Prof. Dr. Andreas Fischer, Rektor der Universität Zürich

Einleitung: Prof. Dr. Hugo Bucher, Direktor des Paläontologischen Instituts und Museums mit Vorstellung der vier weiteren Ausstellungsautoren Dr. Heinz Furrer, Dr. Michael Hautmann, PD Dr. Christian Klug und Prof. Dr. Marcelo Sánchez

Zoologisches Museum der Universität Zürich, Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich

Öffentliche Anlässe (gratis):

Führungen (für Erwachsene): jeden dritten Sonntag im Monat führt um 11:30 Uhr ein Paläontologe durch die Sonderausstellung

Familienanlässe: jeden Sonntag ab 14 Uhr «Auf in die Vergangenheit» Vorträge zu Massenaussterben und anderen Forschungsthemen der Paläontologie: vom 11.11.2009 bis 14.07.2010 jeden zweiten Mittwochabend um 18:15 Uhr

Aktuelles Veranstaltungsprogramm unter www.zm.uzh.ch und www.pim.uzh.ch

Dauer der Ausstellung:

3. November 2009 bis 5. September 2010, Zoologisches Museum der Universität Zürich Karl Schmid-Strasse 4, 8006 Zürich

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag 9-17 Uhr, Samstag und Sonntag 10-17 Uhr, Montag geschlossen. Eintritt frei.

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Acanthostega

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Das Lebensmodell von Acanthostega aus Grönland zeigt eines der ersten Amphibien. Sie leiteten im späten Devon die amphibische Lebensweise und die anschliessende Eroberung des Festlandes im Karbon ein. (Bild: Zoologisches Museum)

Amonideen

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Zahlreiche Fossilien aus Marokko zeigen, dass die Ammonoideen im Devon trotz schwerwiegender Aussterbe-Ereignisse eine grosse Verbreitung und Artenvielfalt erreichten. (Bild: Zoologisches Museum)

Ammonit

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Spenodiscus aus Nordamerika ist einer der letzten Ammoniten. Diese sind beim Massenaussterben an der Kreide/Paläogen-Grenze vor 65 Millionen Jahren komplett ausgestorben. (Bild: Zoologisches Museum)

Elefantenvogel

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Während die grossen Verwandten der Gaviale in Venezuela lokalen Klimaveränderungen zum Opfer fielen, wurden grosse bodenlebende Vögel wie die Elefantenvögel in historischer Zeit durch den Menschen ausgerottet. (Bild: Zoologisches Museum)

Riesen

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In einer wüstenartigen Landschaft im Norden Venezuelas lebten vor etwa 8 Millionen Jahren riesige, heute ausgestorbene Säugetiere, Reptilien und Fische (Illustration J. Gonzalez). (Bild: Zoologisches Museum)

Trilobiten

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Die Trilobiten, urtümliche Gliedertiere, zeigten im Devon eine grosse Formenvielfalt. Sie verschwanden beim grössten Massenaussterben an der Perm/Trias-Grenze vollständig. (Bild: Zoologisches Museum)

Kontakte

Dr. Heinz Furrer, Paläontologisches Institut und Museum

Tel: 044 634 23 23

E-Mail


Dr. Marianne Haffner

Zoologisches Museum

Tel: 044 634 38 20

E-Mail

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