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Kontakt:

Prof. Dr. Mareile Flitsch, Völkerkundemuseum der Universität Zürich

Tel: +41 (0) 44 6349024

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Medienmitteilung vom 23.06.2009

 

Tagung der Technikethnologie: The Body at Work

Internationale Technikethnologen, Alltags- und Konsumhistoriker, Handwerksforscher und Sinologen treffen sich vom 26.-28. Juni 2009 am Völkerkundemuseum der Universität Zürich. Sie berichten an der Tagung «The Body at Work» über ihre aktuellen Forschungen über China und andere Regionen Asiens und Europas.

Das Fachgebiet Technikethnologie erlebt seit einigen Jahren als eine anthropology of skills einen neuen Aufschwung. Die Vielfalt der Formen sozial-technischer Bewältigung des Alltags und die in ihnen aufscheinenden Wissenskulturen stehen dabei im Mittelpunkt der Forschung. Wichtige Themen sind das Erkennen von Könnerschaft und die Dimensionen des Verlusts, den die Moderne mit sich bringt. Im Jahre 2001 ist das Euro-Asian Network for the Study of Everyday Technologies als ein Kooperationsnetzwerk von Technikethnologen gegründet worden, um die Wissenschaftslandschaften und Materialressourcen Europas und Asiens miteinander zu verbinden. In einer losen Folge von Tagungen – zuletzt 2003 in Berlin unter dem Titel «The Hand in Everyday Technologies» – werden aktuelle Forschungsfelder unter jeweils neuen Perspektiven ausgeleuchtet.

Technikethnologen, Alltags- und Konsumhistoriker, Handwerksforscher und Sinologen aus aller Welt treffen sich jetzt vom 26. bis zum 28. Juni 2009 zur 3. Tagung des Euro-Asian Network for the Study of Everyday Technologies (EANSET) am Völkerkundemuseum der Universität Zürich. Die Mitglieder des EANSET eint das Bedürfnis, auf das Konkrete in den Kulturen, auf praktisches Wissen, auf Fertigkeiten, auf die Logik und die Vielfalt sozial-technischer Systeme zu schauen. Und sie wollen dem Nachwuchs in der Erforschung dieser Wissensgebiete ein Forum bieten.

China im Fokus

Unter den Vortragenden sind Vertreterinnen und Vertreter der weltweit bis heute führenden französischen Technikethnologie wie François Sigaut und Marie-Claude Mahias vom CNRS in Paris. Insgesamt sechs Beiträge befassen sich mit China. Dieser regionale Schwerpunkt des EANSET erklärt sich dadurch, dass China als parallele Wissenslandschaft heute bewusst wahrgenommen wird. Das Needham-Projekt «Science and Civilisation in China» – aus seinem Kontext stammt Francesca Bray von der University of Edinburgh – hat dazu beigetragen, dass die Wissenschaftsgeschichte Chinas in Europa zunehmend wichtiger wurde. Dagmar Schäfer leitet z.B. am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin die China-Nachwuchsgruppe «Concepts and Modalities: Practical Knowledge Transmission». Schliesslich hat auch eine bemerkenswerte, junge Alltagshistoriographie Chinas (Dorothy Ko, University of Columbia und Jacob Eyferth, University of Chicago) die Aufmerksamkeit von Technikethnologen auf China gelenkt.

Schwerpunkt in Zürich

Dass die diesjährige Tagung des EANSET in Zürich stattfindet, hängt mit der Berufung der Technik- und Chinaethnologin Mareile Flitsch zusammen, die im August 2008 eine Professur für Ethnologie und die damit verbundene Direktion des Völkerkundemuseums der Universität Zürich antrat. Zürich wird in Zukunft ein Standort für die ethnologische Beschäftigung mit materieller Kultur und praktischem Wissen sein, oft mit Bezug zu China. Im Verlauf des Workshops wird auch der gegenwärtige Standort der Technikethnologie als internationales Fachgebiet zu eruieren sein.

Workshop

Der Workshop ist öffentlich. Um Anmeldung wird gebeten unter: Völkerkundemuseum der Universität Zürich, Pelikanstrasse 40 CH-8001 Zürich Tel: +41 (0) 44 6349011 Cantele.G@access.uzh.ch