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Prof. Marcelo Sánchez, Paläontologisches Institut und Museum

Universität Zürich

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Ur-Opossum

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So könnte das Ur-Opossum ausgesehen haben. (Bild: Jorge González )

Schaedel Mimo

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Schädel des Ur-Opossums

Ur-Beuteltier

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Illustration eines Ur-Beuteltiers. (Bild: Jorge González )

Schadel_Ur-Beuteltier

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Schädel eines Ur-Beuteltieres aus der Grube Messel.

Medienmitteilung vom 16.12.2009

 

Ur-Opossum im Fossilienbestand der Grube Messel identifiziert

Ur-Opossums lebten auf Bäumen und verfügten über ein entwickeltes Gehör – dies fand eine internationale Forschungsgruppe unter der Leitung von Professor Marcelo Sanchez von der Universität Zürich heraus. Die Forscher untersuchten mehrere vollständige Ur-Opossumskelette aus dem Fossilienbestand des Unesco-Weltnaturerbes «Grube Messel».  

Der Ursprung und die Aufgliederung der Säugetiere in die Unterklassen der Beutel- und Plazentatiere, zu denen auch der Mensch gehört, lassen sich anhand von 125 Millionen Jahre alten Fossilien aus China gut dokumentieren. Noch unbekannt dagegen war bislang der evolutionäre Ursprung der heute vorkommenden Beuteltiere, d.h. der Ursprung von Kängurus, Koalas und Opossums (Beutelratten) vor rund 65 Millionen Jahren nach dem Aussterben der Dinosaurier. Heute existieren rund 300 Beuteltierarten, von denen die meisten in Australien heimisch sind. Verschiedene Opossumarten leben zudem auch in Südamerika. Im Gegensatz zu ihren heutigen Verbreitungsgebieten fand die Entwicklung der Beuteltiere aber in der nördlichen Hemisphäre statt. Die Gebiete von Europa und Nordamerika spielten dabei eine wichtige, allerdings noch wenig erforschte Rolle.

Neue Beuteltierart

Ein Forschungsteam unter der Leitung von Professor Marcelo Sánchez, Universität Zürich, und von Dr. Ines Horovitz, UC Los Angeles, brachte nun Licht in das Dunkel der Beuteltier- und Opossum-Evolution: Erstmals konnten sie vollständig erhaltene Schädel eines 55 Millionen Jahre alten nordamerikanischen Beuteltiers analysieren. Mimoperadectes houdei, wie die neu identifizierte Beuteltierart genannt wird, lebte am Boden, ernährte sich von Pflanzen und Insekten und verfügte über ein komplexes Hörvermögen.

Darüber hinaus unterzogen die Forscher zum ersten Mal vollständig erhaltene Opossumskelette aus Nordamerika und aus dem Fossilienbestand der berühmten «Grube Messel» bei Darmstadt, der im Naturhistorischen Museum Basel zurzeit eine Ausstellung gewidmet ist, einer umfassenden Studie. Die in der Zeitschrift PLoS ONE publizierten Daten zeigen, dass die Vorfahren der heute lebenden Opossums auf Bäumen lebten und über eine wesentlich einfachere Gehöranatomie als Mimoperadectes houdei verfügten.

Originalbeitrag:

Horovitz I, Martin T, Bloch J, Ladevèze S, Kurz C, Sánchez-Villagra MR: Cranial anatomy of the earliest marsupials and the origin of opossums. PLoS ONE