Medienmitteilung vom 01.09.2009
Vontobel-Preis für Altersforschung an Zürcher und Genfer Nachwuchsforscher
Anlässlich des 10. Zürcher Gerontologietages der Universität Zürich wird heute Dienstag der Vontobel-Preis für Altersforschung 2009 an eine Nachwuchsforscherin und zwei Nachwuchsforscher der Universitäten Genf und Zürich verliehen; an einen Neurowissenschafter, eine Psychologin und einen Psychologen. Der Preis, von der Familien-Vontobel-Stiftung mit 30‘000 Franken dotiert, ist einer der weltweit grössten auf diesem Gebiet.
Einen Preis erhält Pascal Missonnier-Evrard, Genf, für die Arbeit «Early disturbances of gamma band dynamics in mild cognitive impairment». Die Arbeit behandelt die Entwicklung wenig invasiver und sensibler Messverfahren zur präzisen Bestimmung der Hirnprozesse, die sich bei normal alternden und von kognitiver Beeinträchtigung betroffenen Personen unterscheiden. Sie legt die Grundlage für ein besseres Verständnis normaler Altersentwicklung und liefert gleichzeitig Hinweise zur frühzeitigen Vorhersage und Prüfung günstiger wie ungünstiger Entwicklungsverläufe.
Ebenfalls einen Preis (ex aequo) erhält Christina Röcke, Psychologisches Institut der Universität Zürich, für die Arbeit «Intraindividual variability in positive and negative affect over 45 days: Do older adults fluctuate less than young adults?». Sie untersuchte Altersunterschiede in der Regulation positiver und negativer Affekte. Die Studie zeigt, dass ältere Personen sich durch eine hohe Flexibilität und Kompetenz in der täglichen Affektregulation auszeichnen.
Schliesslich wird Philippe Rast, Psychologisches Institut der Universität Zürich, für die Arbeit «Age differences in the Underconfidence-With-Practice effect» ausgezeichnet. Er untersuchte den Zusammenhang zwischen der tatsächlich erbrachten Lernleistung und der eigenen Beurteilung dieser Leistung. Rast stellte mit einer ausgeklügelten experimentellen Versuchsreihe fest, dass ältere Personen ihre Leistungen in Lernexperimenten sehr genau beurteilen und daraus korrekte Vorhersagen für ihr zukünftiges Lernen ableiten, somit für die Planung eigener Lernanstrengung optimale Strategien einsetzen.

