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Demente Frau

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Der Film «Zeichensprachen» lehrt, die Emotionen von Demenzkranken zu verstehen.

Demenz

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(Bild: «Zeichensprachen»)

Kontakt

Dr. phil., Betr. oec. Sandra Oppikofer, Universität Zürich, Zentrum für Gerontologie

Sumatrastrasse 30, CH-8006 Zürich,

Tel. direkt +41 (0)41 440 65 13

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Medienmitteilung vom 23.06.2009

 

Sprachlose Demenzkranke verstehen

Demenzkranke Menschen können sich sprachlich meist nur noch ungenügend ausdrücken und ihre Gedanken und Wünsche verbal kaum kommunizieren. Ihre Gesichter, Stimmen, Körper und Bewegungen hingegen drücken ihre Emotionen aus. Ein neuer Schulungsfilm des Zentrums für Gerontologie der Universität Zürich lehrt nun Pflegende und Angehörige, diesen emotionalen Ausdruck zu interpretieren und damit die Demenzkranken besser zu verstehen.

Im Verlauf einer Demenzerkrankung geht das Sprachvermögen verloren. Für Pflegende und Angehörige ist es deshalb schwierig, die Wünsche und Bedürfnisse der Erkrankten zu erfahren. Auch wenn die Sprache versagt, sind die Gefühle vorhanden und der individuelle affektive Ausdruck bleibt. Gelingt es diese äusseren emotionalen Indikatoren zu analysieren, erfährt man sehr viel über das, was Menschen mit Demenz mitteilen wollen. Häufig liefern diese emotionalen Indikatoren sogar die einzigen Hinweise für die Vorlieben und Abneigungen der Patientinnen und Patienten.

Das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich hat nun unter Leitung der Psychologin Sandra Oppikofer einen Film produziert, der lehrt, diese Emotionen zu erkennen und zu lesen. Der auf die schweizerische Kultur angepasste Schulungsfilm ist in Zusammenarbeit mit den Pflegezentren der Stadt Zürich und dem Krankenheim Sonnweid entstand und heute Dienstag in Zürich vorgestellt worden.

Der Film «Zeichensprachen» sensibilisiert auf praxisnahe Art für die Wahrnehmung emotionalen Ausdrucksverhaltens. Er zeigt bildhaft auf, wie Grundemotionen und ihre subtileren Ausdrucksformen voneinander zu unterscheiden sind. Oft sind es kleine und kleinste Signale, die sich erst im Zusammenhang mit der gesamten Körperhaltung des Menschen und der Umgebungssituation erkennen lassen. Orientieren sich Pflegende an diesen Emotionen und sind sie in der Lage, den emotionellen Zustand der Erkrankten richtig einzuschätzen und ihre Bedürfnisse wahrzunehmen, kann die Lebensqualität der Erkrankten deutlich verbessert werden. Nicht zuletzt regt der Film dazu an, aus dem emotionalen Ausdruck individuelle Pflegemassnahmen abzuleiten.

Die wissenschaftliche Basis des Filmes liegt im Beobachtungsinstrument, das der amerikanische Forscher M. Powell Lawton zur Messung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz 1996 entwickelt hat und das heute unter dem Namen «Observed Emotion Rating Scale» bekannt ist. Lawton hat fünf Emotionen festgelegt, die für das Gefühlsleben von Menschen mit Demenz relevant und beobachtbar sind. Die fünf Emotionen sind: Die allgemeine Aufmerksamkeit und das Interesse, die Freude, der Ärger, die Ängstlichkeit und Angst und die Traurigkeit. Diese Emotionen sind nicht immer klar zu erkennen, liegen oft nahe beieinander oder gehen kaum merklich ineinander über.

Der Film «Zeichensprachen» wurde für einen flächendeckenden Einsatz im Alters- und Pflegebereich konzipiert. Er richtet sich in erster Linie an Pflegemitarbeitende. Gleichzeitig soll er auch in der Aus- und Weiterbildung für pflegende Angehörige, Ärzte, Therapeuten, freiwillige Mitarbeitende und Studierende eingesetzt werden.

Bezugsquelle Film

Universität Zürich, Zentrum für Gerontologie, Sumatrastrasse 30, CH-8006 Zürich,

Fax 044 635 34 21, E-Mail sekretariat@zfg.uzh.ch, Internet: www.zfg.uzh.ch

Lizenz Privatpersonen, CHF 39.– ; Lizenz Institutionen, Organisationen, Schulen etc. CHF 98.–

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